“Die Einführung einer firmeninternen Wissensbörse ist mühsam.” Wie es trotzdem gelingen kann, beschreibt dieser Artikel, indem er die Geschichte der Fraport und ihres Skywikis erzählt. Was lernen wir hieraus? Sicher hilft es, dass hinter dem Projekt erfahrene Wissensmanager stehen, die das Thema einschätzen und vorantreiben können. Dann fallen Stichworte wie Technik-Auswahl, Pilotierung, Marketing sowie Mitarbeiter-Schulungen. Interessant auch der immer wieder zu hörende Hinweis, dass Nutzer in einem Wiki Orientierung in Form von Strukturen und Kategorien suchen. Doch: “Jeden Montag ist Redaktionssitzung.” Aber auch: “Wer will, kann sich mit eigenem Namen beteiligen, aber es geht genauso anonym. … Jedenfalls nimmt rund die Hälfte der User das Incognito-Angebot an.” Und schließlich eine Frage, die ich anders als das Fraport-Team beantworten würde:
“Noch diskutiert wird die Frage, wie mit einem anderen, eigentlich positiven Feedback umgegangen wird: Manche Abteilungen wünschen sich nun ein eigenes Wiki für den Wissensaustausch. Doch ist hier ein Wiki wirklich die beste Lösung? Widerspricht das nicht der Grundphilosophie? Manche Anfrage wurde bereits abgelehnt, weil sich beispielsweise ein elektronisches Projektablagesystem als besser erwies.” (siehe auch Tim Schlotfeldt)
Elisabeth Wagner, computerwoche.de, 4 Juli 2008
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Jochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management










September 1st, 2008 at 9:04 am
Lieber Herr Robes, jetzt interessiert mich natürlich, wie Sie denn “die Frage” beantworten würden?
Jedenfalls vielen Dank für Ihr unermüdliches Zusammentragen von interessanten Infos und herzliche Grüße
Irene Häntschel-Erhart
September 2nd, 2008 at 8:00 am
Hallo Frau Häntschel-Erhart,
Weshalb vermuten wir hinter der Wiki-Einführung mehr, wenn wir diese Frage diskutieren?
“die” Frage der Wiki-Einführung hat sicher einen wenig spektakulären Kern, der mit Stichworten wie Bedarf, Zielgruppen, Ziele, manchmal auch Change beschrieben werden kann und den professionelles Projektmanagement abdecken sollte. Aber ich vermute, diesen Punkt meinen Sie nicht
a) Nun, zum einen kann hinter dem Begriff des “Firmen-Wikis” (siehe Titel des Artikels) sehr unterschiedliches stecken: von “enterprise 2.0″ à la Synaxon oder Coremedia, also Unternehmen, die versuchen, eine andere Unternehmensphilosophie zu leben; bis zu themengetriebenen Wiki-Projekten, wo ich auch die Fraport-Aktivitäten einordnen würde. Von den “anarchistischen” Wiki-Projekten, die nie das Licht einer Konferenz erblicken, ganz zu schweigen.
b) Dann interessiert die Frage natürlich auch, weil wir uns nicht vorstellen können, dass die Freiheit des Web 2.0 überhaupt in einem Unternehmen funktionieren kann. Und hier wird es in der Tat immer um Anpassungen und Übertragungen der Web 2.0-Technologien gehen, abhängig von den Zielen und Möglichkeiten des Unternehmens. Und diese “Nahtstelle” wird auch im obigen Artikel sehr schön beschrieben und stellt meines Erachtens den Kern dieser Projekte dar - und den Ansatzpunkt für interne oder externe Beratungsleistungen.
c) Aber darüber hinaus hoffe ich auch, dass Web 2.0-Technologien wie Wikis und Blogs irgendwann einmal zum selbstverständlichen Toolset (und meinetwegen auch: Mindset) jedes Mitarbeiters und jedes Teams gehören. Tools, die ich “bottom-up” je nach Bedarf und Interesse einsetzen kann. Was aber auch bedeuten würde, dass Mitarbeiter die Kompetenzen und Möglichkeiten dafür besitzen und auch das Scheitern eines Wiki-Projekts zum Alltag gehört. Aber davon sind wir, glaube ich, noch ein Stück entfernt.
In diesem Sinne beste Grüße
JR