Archive | February, 2008

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„Nicht jeder Vogel verlässt den Käfig, wenn die Tür offen ist“

Posted on 11 February 2008 by jrobes

Ein interessantes Interview beginnt auf Seite 6 dieses Newsletters: Wieland Stützel, verantwortlich für das Thema Wissensmanagement bei der Fraport AG, berichtet über das firmeneigene Skywiki:

Wieland Stützel: Mit Unterstützung unseres IT-Bereichs haben wir im Sommer letzten Jahres ein firmeneigenes Wiki - unser “Skywiki” - eingeführt. Alle Fraport-Beschäftigten können hier, wenn gewünscht auch anonym, Artikel vorschlagen, schreiben oder verbessern.
Stefan Zillich: Beteiligen sich die Mitarbeiter daran?
Wieland Stützel: Momentan, also Anfang 2008, haben wir fast 1.000 Artikel in der Fraport-Wissensdatenbank. Mehr als 300 MitarbeiterInnen haben sich als Nutzer registriert, die Zahl der Seitenaufrufe liegt bei 114.000. Und um die Beteiligung an unserem Wiki hochzuhalten, zeichnen wir regelmäßig “exzellente Artikel” aus und berichten in den Fraport-Medien.

Das macht neugierig auf mehr! Auch die weiteren Antworten geben interessante Einsichten in die Agenda des Programms “Wissensmanagement” und das Selbstverständnis des/r Verantwortlichen. Wie viele Großunternehmen in Deutschland leisten sich eigentlich derzeit solche Stabsstellen oder Programme?
Stefan Zillich, Interview mit Wieland Stützel, Newsletter der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM), Nr.1/ 2008 (pdf)

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Learning and Knowing in Networks: Changing roles for Educators and Designers

Posted on 08 February 2008 by jrobes

George Siemens hat ein weiteres Papier veröffentlicht, das sich mit dem Lernen in der Netzwerkgesellschaft beschäftigt. Dieses Mal steht die Rolle des Lehrenden im Mittelpunkt: “But what becomes of the teacher? How do the practices of the educator change in networked environments, where information is readily accessible? How do we design learning when learners may adopt multiple paths and approaches to content and curriculum? How can we achieve centralized learning aims in decentralized environments?”

Folgende Modelle stellt er zur Diskussion: Der Lehrende als “Master Artist” (John Seely Brown), als “Network Administrator” (Clarence Fisher), als “Concierge” (Curtis Bonk) oder als “Curator”? Joachim Wedekind meint, dass auch die Diskussion dieses Papers im ITFORUM, dem Forum der Instructional Technology, einen Blick lohnt.
George Siemens, Instructional Technology Forum, Februar 2008 (pdf)

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Unlocking Knowledge, Empowering Minds

Posted on 08 February 2008 by jrobes

2001 verkündete MIT publikumswirksam, dass es in den nächsten Jahren alle Kursmaterialien online und for free zur Verfügung stellen werde. Das war der Startschuss für MIT OpenCourseWare. Viele sprachen damals von einem genialen Marketing-Coup, der es sicher auch war. Aber es war auch der Startschuss für eine ganze Bewegung, der viele weitere Initiativen folgten. So wurde z.B. aus MIT OCW das OCW Consortium mit über 100 Institutionen. 2006 zog dann die Open University mit OpenLearn nach. Heute ist Open Educational Resources (OER) eine feste Größe nationaler wie internationaler Bildungspolitik.

Vor einigen Wochen hatte MIT nun allen Grund zu feiern: wie angekündigt stehen alle Materialien zu den 1.800 Kursen des MIT Curriculums jetzt online, 90 Prozent des Lehrkörpers hatte sich aktiv an dem Projekt beteiligt und 35 Millionen Menschen wurden seitdem erreicht. Also lud man ein, z.B. Thomas Friedman, der über “the world is flat” sprach, setzte ein Panel, u.a. mit John Seely Brown, aufs Podium, organisierte ein Filmteam und stellte jetzt alles ins Netz für die, die aus der Ferne anstoßen wollen. Zum Wohl!
MIT OpenCourseWare, Milestone Celebration, 28 November 2007

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Learning 2.0 for Associations

Posted on 07 February 2008 by jrobes

Der Charme dieses e-Books liegt in der übersichtlichen und nett illustrierten Aufbereitung des Themas. Nach einer kurzen Reise von Learning 1.0 zu 1.5 und dann zu Learning 2.0 werden die bekannten Web 2.0-Dienste dargestellt. Eine umfangreiche Linksammlung schließt den unterhaltsamen Trip ab. By the way, ich empfehle die Seiten 67/68, auf denen es “Groups vs. Networks” heißt: “Knowledge within networks, Downes argues, is emergent and complex and ultimately has more in common with how human beings learn than traditional group approaches to knowledge and learning …” (via Stephen Downes)
Jeff Cobb, Mission to Learn, 6 Februar 2008

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The year in review 2007: e-learning production trends

Posted on 06 February 2008 by jrobes

Das ist vielleicht genau das richtige Gegenstück zum Horizon Report: Ein großer britischer e-Learning-Anbieter beschreibt seine Projekte des vergangenen Jahres. Was hat sich bewegt: zum Beispiel Open Source-Lernplattformen, Authoring Tools und Rapid e-Learning, Web 2.0. Und was hat sich nicht bewegt: m-learning und podcasting. Alles gut nachvollziehbar.
Keith Landsborough, Epic, 8 Januar 2008

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2008 Horizon Report

Posted on 05 February 2008 by jrobes

Folgende Zahlen habe ich vor einigen Tagen gelesen:

  • 2007 wurden schätzungsweise 831.000 neue Videos auf YouTube geladen.
  • Ínsgesamt wurden im letzten Jahr ungefähr 1,2 Millionen Videos (”user-generated videos”) veröffentlicht, zusammen mit 26,5 Millionen Kommentaren.
  • 22,4 Billionen Views von “user-generated videos” wurden verzeichnet, eine Steigerung von 70 Prozent gegenüber 2006.

Das alles ist nachzulesen in einem aktuellen Report von AccuStream iMedia Research.

Okay, auch wenn wir mal die empirische Qualität dieser Zahlen außer Acht lassen, bleibt in jedem Fall mehr als ein Trend übrig. Das finden auch das New Media Consortium und die EDUCAUSE Learning Initiative, die sich jetzt zum fünften Mal aufgemacht haben, den kommenden Entwicklungen in der Bildungstechnologie einen Namen zu geben. Wie immer wurden wieder sechs Trends nach ihrer voraussichtlichen “time to adoption” aufgeteilt:

  • ein Jahr oder weniger: Grassroots Video und Collaboration Webs
  • zwei bis drei Jahre: Mobile Broadband und Data Mashups
  • vier bis fünf Jahre: Collective Intelligence und Social Operating Systems

Was auffällt: Für Virtual Worlds & Second Life sowie game-based learning hat es in diesem Jahr nicht gereicht. Aber es stellt halt jedes Jahr eine Auswahl dar, wie die Herausgeber schreiben. Wie auch immer, es gibt eine Fülle von Informationen und Einschätzungen - sowohl zu übergreifenden technischen und bildungspolitischen Entwicklungen als auch zu den Trends selbst. Hier finden sich viele Beispiele und Lesehinweise, denen ich selbst mal in ruhiger Stunde nachgehen werde. Auch wenn sich die identifizierten Trends vor allem auf das Lehren und Lernen an den Hochschulen beziehen, sind die Einschätzungen der Bildungsexperten leicht auf andere Zusammenhänge zu übertragen. Kurz: Wie immer ist dieser Horizon Report eine Fundgrube!
The New Media Consortium, 2008

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Leaner E-Learning

Posted on 04 February 2008 by jrobes

Mike Morrison, Dean der University of Toyota, beschreibt hier einen Standardisierungs- bzw. Qualitätssicherungsprozess, den wohl jedes Großunternehmen einmal durchläuft. Die meisten Argumente sind auch gut nachvollziehbar. Die Herausforderung wird aber darin liegen, die einmal entwickelten Prozesse und Kriterien an ein “moving target” wie e-Learning laufend anzupassen.

“The University of Toyota applies its parent company’s “lean” approach to developing e-learning courses, utilizing a single set of development standards, benchmarks, and best practices.”
Mike Morrison, Training Magazine, 3 Januar 2008

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Knowledge Blogs zwischen Kompetenz, Autonomie und sozialer Eingebundenheit

Posted on 01 February 2008 by jrobes

Dieser Arbeitsbericht - ich hatte ja mit Blick auf unseren LEARNTEC-Workshop bereits kurz darauf hingewiesen - schließt eine Forschungslücke, indem er versucht, das Bloggen aus motivationstheoretischer Perspektive zu beschreiben. Wie der Titel schon sagt, geht es um Knowledge Blogs, also um Blogs, die primär einer Strategie des persönlichen Wissensmanagements folgen. Um zu erklären, warum es Knowledge Blogs gibt, wird mit Hilfe der Selbstbestimmungstheorie nach den Bedürfnissen gefragt, die das Bloggen erfüllt. Dabei geht die Selbstbestimmungstheorie von drei Grundbedürfnissen aus: dem Bedürfnis nach Kompetenz, nach sozialer Eingebundenheit und nach Autonomie. Mit Blick auf das Autonomiestreben lässt sich zudem nach dem Grad der Selbst- bzw. Fremdbestimmung fragen, die dem Bloggen zugrunde liegt.

Diese wichtige motivationstheoretische Einordnung wird von Gabi Reinmann und Tamara Bianco eingeleitet mit einigen grundsätzlichen Überlegungen zur Wissensarbeit und Wissensarbeitern. Und mit Blick auf die geschilderten Grundbedürfnisse wird hier schnell deutlich, dass Knowledge Blogs an vielen Stellen “passen”. Doch damit drängt sich zumindest eine Frage unmittelbar auf:

Wenn Knowledge Blogs die Bedürfnisse nach Kompetenz, sozialer Eingebundenheit und Autonomie erfüllen, warum bloggen dann so wenige Wissenschaftler?? Am fehlenden Grad der Selbstbestimmung ihrer Tätigkeit wird es wahrscheinlich nicht liegen. Vielleicht aber, so meinte jedenfalls ein Teilnehmer in Karlsruhe, erfüllen die meisten Wissenschaftler diese Bedürfnisse heute noch auf anderen, konventionellen Wegen!?
Gabi Reinmann und Tamara Bianco, Arbeitsbericht Nr. 17, Universität Augsburg, Medienpädagogik, Februar 2008

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Advertising or Education? Sometimes It’s Hard To Tell

Posted on 01 February 2008 by jrobes

Aus einem Gedankenaustausch wurde dieser kurze Artikel mit einem schönen Beispiel, das genau an der Grenze zwischen Bildung und Werbung angesiedelt ist:
“It can be a fine line that distinguishes advertising from education. Each seeks to modify beliefs, attitudes, and behaviors through the timely presentation of information. Each seeks to engage the viewer, to address a particular need, to pose a solution to a problem.”
Stephen Downes und Lisa Neal, eLearn Magazine, 1 Februar 2008

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Minds on Fire: Open Education, the Long Tail, and Learning 2.0

Posted on 01 February 2008 by jrobes

Aus zwei Gründen lohnt die Lektüre: Erstens bringen die Autoren auf elegante Art und Weise den “Long Tail” in die Bildungsdiskussion. Und zweitens belegen sie mit vielen interessanten Beispielen, wie das Internet verschiedene Aspekte des “social learning” unterstützt. Wikipedia, Second Life, e-Science, Open Educational Resources sind einige Stichworte, die fallen. “Social learning”, so John Seely Brown und Richard P. Adler, ist das “We participate, therefore we are”, oder noch klarer: “Mastering a field of knowledge involves not only ‘learning about’ the subject matter but also ‘learning to be’ a full participant in the field.”

“The building blocks provided by the OER movement, along with e-Science and e-Humanities and the resources of the Web 2.0, are creating the conditions for the emergence of new kinds of open participatory learning ecosystems that will support active, passion-based learning: Learning 2.0.
This new form of learning begins with the knowledge and practices acquired in school but is equally suited for continuous, lifelong learning that extends beyond formal schooling.”

John Seely Brown und Richard P. Adler, EDUCAUSE Review, Vol. 43, No. 1 (January/February 2008), S.16–32

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LEARNTEC 2008 (II): Lernen 2.0

Posted on 01 February 2008 by jrobes

Was gab es noch auf der LEARNTEC? Ich habe mich dieses Jahr vor allem in den business-orientierten Sektionen des Kongresses aufgehalten und hier finden sich naturgemäß weniger die technischen oder konzeptionellen Trends als vielmehr einzelne personalstrategische Schwerpunkte und Verschiebungen. Continue Reading

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LEARNTEC (I): Web 2.0-gestütztes Wissensmanagement

Posted on 01 February 2008 by jrobes

Drei Tage LEARNTEC liegen hinter mir; viele Begegnungen, Gespräche und Vorträge, eine verschleppte Erkältung und wie immer das Gefühl, auf vielen interessanten Präsentationen und Orten nicht gewesen zu sein. Natürlich waren auch Messe und Kongress selbst wieder ein Thema, die Zahl der Aussteller, der Besucher und die Schatten, die die CeBIT mit ihrem neuen Forum Learning & Knowledge Solutions heute schon auf die LEARNTEC wirft. Aber das wird sicher an anderer Stelle noch intensiv diskutiert und bewertet werden. Also zur Sache.

Am ersten Tag durfte ich ja selbst den Workshop “Web 2.0-gestütztes Wissensmanagement” moderieren und mich darüber freuen, dass das Thema bei Simon Dückert (Cogneon), Gabi Reinmann (Uni Augsburg) und Peter Schütt (IBM) in besten Händen lag! Zuerst stellte Simon Dückert (”Enterprise 2.0 – eine Revolution im Denken ist gefragt”) auf einer Zeitachse wichtige Management-Modelle vor, um schließlich zu einer Arbeitsdefinition von Enterprise 2.0 sowie einer Reihe von Leitthesen zu gelangen. Sehr interessante Thesen übrigens, da sie teilweise das Profitinteresse unmittelbar an ethisch-moralische Werte koppeln! (hier nachzulesen)

Gabi Reinmann widmete sich in ihrem Vortrag (”Knowledge Blogs zwischen Kompetenz, Autonomie und sozialer Eingebundenheit”) der psychologischen Dimension des Bloggens. Konkret: Welche Motive treiben eigentlich Knowledge Blogger? Ihre Antwort: das Bedürfnis nach Kompetenzerfahrung, nach sozialer Eingebundenheit sowie nach Autonomieerleben. Aber wie selbstbestimmt muss, wie fremdbestimmt kann Bloggen sein? (einige Antworten, Hintergründe und offene Fragen sind dankenswerter Weise bereits im aktuellen Arbeitsbericht des Instituts für Medien und Bildungstechnologie nachzulesen!). Aber Vorsicht, denn wenn man einmal die psychologische Brille aufgesetzt hat, ist es mit der Leichtigkeit des Bloggens vorbei!!

Im Anschluss steuerte Peter Schütt (”Erfahrungen mit Web 2.0-orientiertem Business Social Networking bei IBM”) noch eine interessante Perspektive bei. Natürlich berichtete er über die vielfältigen Web 2.0-Initiativen in der IBM. Aber dann “riskierte” er auch den expliziten Hinweis, dass die Einführung von Social Networking in Unternehmen nicht an eine bestimmte Unternehmenskultur gebunden ist: Social Networking auf Web 2.0-Grundlage ist vielmehr, so Peter Schütt, eine wirtschaftliche Notwendigkeit, wenn man den Anforderungen gerecht werden will, die Netzwerkökonomie, Demographie und Innovationsmanagement im globalen Wettbewerb heute stellen.
LEARNTEC, 29 Januar 2008

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Inside Learning Technologies

Posted on 31 January 2008 by jrobes

Die Learning Technologies Conference hat ihre Tore geschlossen (30./ 31. Januar 2008 in London), aber das Begleit-Magazin, Inside Learning Technologies, steht online zur Verfügung: ein Archiv mit Zugriff auf über 250 Artikel! In der aktuellen Ausgabe vom Dezember berichten unter anderem Nigel Paine, Jay Cross, Jane Hart und Clive Shepherd. In der Einleitung heißt es entsprechend:

“The challenge for learning and development professionals that four articles in this issue particularly address is: Do you think your training interventions are actually helping your company and what real benefits are you as learning and development professionals, bringing to the organisation?”
Inside Learning Technologies, Dezember 2007

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management
und Web 2.0
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