Everything Is Miscellaneous: The Power of the New Digital Disorder

Posted on 12 November 2007 by jrobes

An diesem Wochenende habe ich endlich das neue Buch von David Weinberger zu Ende gelesen. Seine Botschaft ist so einfach wie weitreichend: Unser Denken ist noch nicht beim Internet angekommen. Denn das Internet eröffnet uns das, was Weinberger “the third order of order” nennt. Aber der Reihe nach:

“In the first order of order, we organize things themselves – we put silverware into drawers, books on shelves, photos into albums.” (S.17/18)

In der “second order of order” versuchen wir mit Hilfe von Metadaten, die Dinge zu ordnen und zu sortieren. Ein typisches Beispiel sind Katalogsysteme: “The catalog separates information about the first-order objects from the objects themselves … A code on this second-order object, the catalog card, points to the physical place where the first-order photo [sein Beispiel] is stored in the back room.” (18)


Dieses Ordnungssystem, so Weinberger, hat wie alle Ordnungssysteme in der realen Welt seine Grenzen. Vor allem Grenzen des Raumes. Denn physische Dinge haben immer ihren festen Platz. Ein Buch über “Pädagogik in der Medizinausbildung” steht entweder unter “Medizin” oder unter “Pädagogik”. Die “third order of order” kennt diese Grenzen nicht:
“But now we have bits. Content is digitized into bits, and the information about that content consists of bits as well. This is the third order of order and it’s hitting us – to use a completely inappropriate metaphor – like a ton of bricks. The third order removes the limitations we’ve assumed were inevitable in how we organize information.”

Damit ist eigentlich fast alles gesagt. Fast. Denn um seine These zu stützen, sucht Weinberger all die Plätze auf, in denen wir uns um Ordnung bemühen; oder die Ordnungssysteme, die wir entworfen haben, um unserem Denken und Handeln Orientierung zu geben. Der Einzelhandel. Photoarchive. Das Alphabet. Das Sternensystem. Das Periodensystem. Stammbäume. Listen. Dewey.

Und immer geht es um die Grenzen unserer Ordnungssysteme und die Konsequenzen, die mit diesen Grenzen verbunden sind: “These physical limitations on how we have organized information have not only limited our vision, they have also given the people who control the organization of information more power than those who create the information. … In the third order, bits rule. And so does the miscellaneous.” (89)

Auf der anderen Seite stehen die Beispiele für die “third order of order”. Flickr, del.icio.us, Amazon, Wikipedia, Tags. Sie eröffnen neue Wege, mit Informationen umzugehen. Sie fordern uns auf, neue Strategien zu entwickeln, z.B. “filter on the way out, not on the way in” (102). Und sie stellen traditionelle Autoritäten in Frage, wie Weinberger im Kapitel “Social Knowing” mit Hinweisen auf Weblogs und Wikipedia ausführt:
“For 2,500 years, we’ve been told that knowing is our species’ destiny and its calling. Now we can see for ourselves that kowledge isn’t in our heads: It is between us. It emerges from public and social thought and it stays there, because social knowing, like the global conversations that give rise to it, is never finished.” (147)

Die “third order of order” ist vor allem für die eine Herausforderung, die bisher für die Ordnung der Dinge und Informationen und, damit einhergehend, oft auch für den Zutritt zu ihnen verantwortlich waren. Für alle anderen ist es eine Chance, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich sein mag. Denn: über 100 Millionen Weblogs. 2 Millionen englische Artikel in Wikipedia. Everything is miscellaneous.
David Weinberger 2007

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2 Comments For This Post

  1. Simon Dueckert Says:

    Zu David Weinbergers Sicht auf das Internet, die mich sehr stark inspiriert hat, habe ich vor einiger Zeit unter http://www.cogneon.de/weblogs/alles_ist_verschieden einige Quellen (Video, Podcast) zusammengestellt.

  2. Jochen Robes Says:

    Danke für den Link, Herr Dückert!
    Gruß, JR

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management,
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