Archive | June, 2007

Facetten von Bologna

Posted on 08 June 2007 by jrobes

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Im Vorwort spannt Martin Warnke den Bogen: “Mithin spielt das Netz der Netze eine entscheidende Rolle für die Universität im Bologna-Prozess. Wie dereinst der Buchdruck mit beweglichen Lettern, glaubt man Ivan Illich und Michael Giesecke, die Universität und den deutschen Nationalstaat letztlich hervorbrachte, produzierten die vernetzten Computer den mindestens europäischen Bildungsraum und damit das, was uns als Bologna-Prozess die völlige Umstrukturierung der universitären Lehre zumutet.”

Was das im Einzelnen bedeutet, wird an konkreten Beispielen aus der Hochschulpraxis gezeigt. Ich habe den ersten Beitrag (”Auf elektronischem Wege nach Bologna”) gelesen: Er zeigt auf, welche Rolle neue Technologien in ausgewählten Fachbereichen der Humboldt-Universität heute bereits spielen. Stichworte sind Moodle (immer wieder!) sowie Blended-Learning-Szenarien, Online-Tests und das Projekt “Gender@Wiki”. Es folgen 17 weitere Artikel.
cms-Journal, Hrsg. v. Computer- und Medienservice der Humboldt-Universität zu Berlin, Nr. 29, April 2007
[Kategorien: eUniversity]

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HELIOS: Redefining e-Learning Territories

Posted on 08 June 2007 by jrobes

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In der aktuellen Ausgabe der eLearning Papers stehen konzeptionelle Fragen im Mittelpunkt. Vor allem das Konzept der “e-Learning Territories”. Diese - angeordnet auf den Achsen “informal/ formal” und “intra-muros/ extended learning context” - sollen helfen, den vielfältigen Erscheinungsformen und Betrachtungsweisen von e-Learning gerecht zu werden. Wie treffend oder nützlich diese Aufteilung ist, mag jeder selbst beurteilen.
“In summary it can be argued that a discriminating choice for present and future e-Learning is either to go deeper (i.e. maintain, develop and reinforce the relational ties created intramuros) or to go wider (i.e. allowing to expand relational networks beyond organisational and social cultures as well as geographic boundaries).”
Claudio Delrio und Thomas Fischer, eLearning Papers, Mai 2007 (pdf)
[Kategorien: e-learning]

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Giving Knowledge for Free

Posted on 06 June 2007 by jrobes

Ein ansprechender Titel, eine weitere Übersicht: Auf über 150 Seiten hat das Centre for Educational Research and Innovation (CERI), angesiedelt unter dem Dach der OECD, den Stand der open educational resource (OER)-Bewegung diskutiert. Folgende Fragen haben die Autoren dabei geleitet:
“- How can sustainable cost/benefit models for OER initiatives be developed?
- What are the intellectual property rights issues linked to OER initiatives?
- What are the incentives and barriers for universities and faculty staff to deliver their materials to OER initiatives?
- How can access and usefulness for the users of OER initiatives be improved?” (3/4)

Ich habe die Summary gelesen, einzelne Kapitel überflogen: Was mir auf den ersten Blick fehlt, ist ein Hinweis an prominenter Stelle, dass OER zwar eine wichtige Voraussetzung, aber keine Garantie für erfolgreiche bzw. notwendige Lernprozesse darstellt: Wie heißt es dazu in der OLCOS-Roadmap treffend: “OLCOS warns that delivering OER to the still dominant model of teachercentred knowledge transfer will have little effect on equipping teachers, students and workers with the competences, knowledge and skills to participate successfully in the knowledge economy and society.”
Centre for Educational Research and Innovation (CERI), 2007 (pdf)

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E-learning 2.0: Fact, Fad or Fiction?

Posted on 05 June 2007 by jrobes

Es gibt zwei oder drei hilfreiche Hinweise in diesem Briefing, z.B. dieser hier: “… why aren’t RSS feeds being used to update e-learning programmes.” Sie sind eingebettet in eine Übersicht, die sich an fünf “key trends” orientiert: “Patterns”, “Dynamicness and interoperability”, “Open source”, “Social networking and tagging” und “Self publishing”. Meine Einschätzung: Ein (erster?) Versuch, etwas Instructional Design in die laufende Diskussion zu bringen.
Steve Rayson, kineo, 2007 (pdf)

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Personal Learning Knowledge Work Environment

Posted on 04 June 2007 by jrobes

Dieser Eintrag ist ein schöner Einstieg in ein Thema, das derzeit viel Aufmerksamkeit auf sich zieht: Es geht um Personal Learning Environments (PLEs). Dahinter steckt - etwas verkürzt - die Frage, wie eine Lernumgebung aussehen könnte, die nicht Erzieher, Trainer oder andere Experten entwerfen, sondern die Menschen nach eigenen Interessen und Bedürfnissen gestalten. Das führt zu weiteren Fragen, z.B. die nach der Notwendigkeit mächtiger Lernplattformen; nach der Praxis von Wissensarbeitern, die sich bereits längst “ihre” PLE entwickelt haben; nach den Möglichkeiten von Web 2.0, diese Entwicklung zu unterstützen, usw. Und schon sind wir mittendrin.

Die an der Diskussion Beteiligten tun sich derzeit noch schwer, das Thema einzugrenzen: Viele Begriffe stehen nebeneinander, die Rolle des Internets wird oft überbewertet. Am griffigsten wird das Thema häufig dort, wo Wissensarbeiter einfach aufzählen, welche Tools und Services sie nutzen und in welchen Netzwerken und Communities sie sich bewegen (z.B. Graham Attwell hier: “… software I use for my personal learning environment”) - und das entspricht auch meinem Zugang zum Thema.

Tony Karrer verweist auf weitere Diskussionen und Artikel: umfassend z.B. das PLE Wiki, vielversprechend Bill Ives (”Managing Personal Knowledge: Setting a Foundation for Transformation?”).
Tony Karrer, eLearning Technology, 29 Mai 2007

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Deutschland im Jahr 2020

Posted on 01 June 2007 by jrobes

Das Jahr 2020 zieht an. Vor etwas mehr als zwei Jahren hatte Siemens bereits kluge Köpfe auf diese Zukunft angesetzt (”Horizons2020″). Jetzt haben auch die Analysten von Deutsche Bank Research einen Blick in die Glaskugel riskiert. Aus vier möglichen Szenarien haben sie das aus ihrer Sicht plausibelste, “Expedition Deutschland”, ausgewählt und in seinen Ausprägungen näher beschrieben.Auch wenn sich die Autoren in ihrer Trendanalyse vor allem auf wirtschaftlich/ gesellschaftliche Entwicklungen konzentrieren, bieten sie eine Reihe von interessanten Ausblicken. Dazu gehört sicher die Voraussage, dass eine Projektwirtschaft - “temporäre, außerordentlich kooperative und oft globale Wertschöpfungsprozesse” - 15% der Wertschöpfung in 2020 liefert. Was sie dagegen über den zukünftigen Stellenwert von Wissen und Bildung mitteilen, ist nicht ganz so originell, unterstreicht aber einmal mehr die herausragende Bedeutung der Ressource Wissen. Ich zitiere aus der Kurzbeschreibung der “Expedition Deutschland”:
“Intellektuelles Kapital +++ Bildung wurde in breiten Teilen der Bevölkerung als wichtigste persönliche Zukunftsinvestition erkannt. Die privaten Dienstleister bieten kombinierbare Bildungsmodule und ergänzen die staatlichen, effizienter gewordenen Bildungseinrichtungen komplementär. Der deutsche Lernmarkt ist international attraktiv und floriert – wie auch der Handel mit Daten und geistigem Eigentum. Validiertes, bewertetes Wissen ist zum zentralen Produktionsfaktor geworden.” (17)

Weitere Stichworte dieser Trendanalyse: der Wissensarbeiter, dem in dieser Projektwirtschaft “viel abverlangt” wird, dessen “Familie und Freundschaften … strapaziert” (!) werden (29/30); der Bankberater, für den die Bildungshistorie seines Kunden “für die Berechnung der individuellen Kreditkonditionen eine entscheidende Rolle” spielt (31); ein “dramatisch gewachsener” Markt für Lerndienstleistungen (31), der sich in einen “primären” (Dienstleistungen zur Wissensvermittlung) und einen “sekundären” (lernunterstützende Leistungen) aufteilt.

Acht Implikationen für Unternehmen runden diesen Ausblick ab, dazu gehören “Wissensbewertung zur Kernkompetenz machen” und “Mehr Weiterbildung wagen”. Die Lektüre lohnt!! Auch wenn man nicht jede Facette dieser “Expedition” begrüßen mag.
Jan Hofmann, Ingo Rollwagen und Stefan Schneider, Deutsche Bank Research, 23 April 2007 (pdf, 1,3 MB)

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Future of Education Online Conference

Posted on 01 June 2007 by jrobes

Funktionieren eigentlich Online-Konferenzen? George Siemens (University of Manitoba) startet wieder einen Versuch und lädt zur “Future of Education Online Conference” ein, die an diesem Wochenende startet und bis nächsten Freitag (8. Juni) läuft. In den Foren - eingerichtet auf einer Moodle-Plattform - wird bereits lebhaft diskutiert. Weiterer spannender Input darf sicher von den eingeladenen Experten erwartet werden, z.B. Dave Snowden, David Weinberger, Vicki Davis und Brian Lamb (via Elluminate). Hier geht’s zum Zeitplan.

Aber zurück zur Eingangsfrage: Funktionieren eigentlich Online-Konferenzen? Auf der einen Seite bieten sie eine attraktive Gelegenheit zum offenen Gedankenaustausch. Der organisatorische Aufwand ist geringer, die technischen Hürden minimal, Referenten schalten sich von ihrem Büro oder ihrem Zuhause aus zu. Teilnehmern wiederum stehen häufig verschiedene Kanäle parallel zur Verfügung: Live-Events, dann die als Podcast oder PowerPoint archivierten Präsentationen, Diskussionsforen, ein Blog.

Auf der anderen Seite wird von den Teilnehmern eine gewisse Disziplin verlangt. Zur LEARNTEC nach Karlsruhe fahre ich, der Termin steht in meinem Kalender, andere parallele Arbeiten sind in dieser Zeit nur eingeschränkt möglich. Die meisten Online-Konferenzen dagegen habe ich bisher verpasst, weil ich ihre Termine immer optional gesehen habe. Wenn ich nichts Wichtigeres vorhabe, dann schaue ich mal rein …

Aber der Trend ist eindeutig, was George Siemens auch durch eine weitere Beobachtung stützt: “Conferences are changing. Instead of an event lasting a few days, more and more organizers are extending the conference experience through blogs, wikis, podcasts, interviews, etc both in advance of an following a conference. Conferences are becoming more of a relationship with a trusted source, and less of a casual encounter.”

Ich habe mir jedenfalls wieder fest vorgenommen, an einigen Events der “Future of Education Online Conference” teilzunehmen. Mal sehen.
The Future of Education, University of Manitoba, 4-8 Juni 2007

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management
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