Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Google Desktop as learning platform

Der Google Desktop als Lernplattform? Hatte nicht vor ein paar Tagen Michael Kerres auf der Learntec den gleichen Gedanken geäußert? Jay Cross listet hier eine Reihe von Google-Applikationen auf, um diesen netten Gedanken zu unterfüttern. Kleine Tools oft, ohne die elaborierten Features ihrer Gegenstücke aus dem Hause Microsoft, „but what really makes them an advance in learning technology is that they are collaborative“.

Der einzige Beigeschmack: Google wird immer mehr zum Tor ins Internet, wird zum Internet, und besitzt heute schon ca. 450.000 Server weltweit. Oder: „Google is like the Borg“, wie ein Netzwerkspezialist in der New York Times sagte („Hiding in Plain Sight, Google Seeks More Power“, 8 Juni 2006; Registrierung erforderlich).
Jay Cross, Informal Learning Blog, 19 Februar 2007

Nachtrag (24.02.): Michael Kerres hat hier noch ein paar Gedanken und Erfahrungen nachgelegt …

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4 Responses to “Google Desktop as learning platform”

  1. Ralf Hilgenstock

    Hallo Jochen,

    mir dreht sich fast der Magen um, wenn ich derartige Überschriften lese. Es ist wirklich an der Zeit sich etwas kritischer mit Google-Diensten auseinander zu setzen.

    Ich will nur drei Punkte nennen:
    1. Google Desktop darf nur privat genutzt werden. Jede Nutzung in gewerblichen Kontexten oder zu gewerblichen Zwecken ist verboten bzw. genehmigungspflichtig. Damit ist es für weite Bildungsbereiche ungeeignet.
    2. Google behält sich vor, jederzeit und ohne Begründung den Dienst nicht oder nicht mehr für einzelne Nutzer zur Verfügung zu stellen. Dies ist ein Unsicherheitsfaktor ersten Ranges.
    3. Google Desktop ist mit deutschen Datenschutzbestimmungen kaum in Einklang zu bringen. Google wertet Inhalte und Verbindungsdaten aus. Wenn man in den verzweigten Dokumenten zu Nutzungsbestimmungen und Datenschutz sucht findet man auch Stellen an denen Google sich vorbehält die Daten im Auftrag Dritter nach deren Vorgaben auszuwerten. Mit der EULA von GoogleDesktop wird ein Vertrag mit Google in den USA geschlossen. Es gelten damit die amerikanischen Regeln und Gesetze.

    Selbst wenn Google erklärt, keine personenbezogenen Daten zu erheben und auszuwerten ist es kein Problem die IP-Adressen und an anderen Orten existierende Personendaten zu verbinden. Bereits jeder Suchvorgang auf Google wird mit der IP-Adresse gespeichert. Eine erneute Erhebung ist gar nicht nötig.

    In Unternehmen, an Hochschulen und Schulen wird über den Zugang zu Logdaten und deren Löschung engagiert diskutiert. Datenschutzbeauftragte beäugen kritisch das Nutzerdatentracking.

    Alles kein Thema mehr. Begeben wir uns bitte in die Fänge von Google. Schreiben wir künftig unsere Texte und Kalkulationstabellen mit Writeley, versenden wir unsere Mails über Google Mail, hinterlegen wir unsere Termine im Google Kalender und durchsuchen wir unsere Festplatte mit Google-Diensten.

    Ach ja, 2011 soll es eine Neuauflage der Volkszählung geben. Die können wir gleich als Datenauswertungsauftrag an Google vergeben. Das erspart viel Arbeit und Mühe.

    Jochen, das ist ein Thema, wo wir bei aller Web 2.0 Euphorie doch etwas genauer hinschauen sollten.

    Gruß aus Bonn

    Ralf Hilgenstock

    Antworten
  2. Ulrike Reinhard

    Ich denke das zeigt uns, dass Konkurrenz im E-Learning- oder Personalmanagement-Markt – ähnlich wie im Musikmarkt – durchaus von bisher »Artfremden« entstehen kann. Es ist eine zu beachtende Entwicklung.

    Mit Ohr nah an Silicon Valley weiss man, dass neue
    Allianzen und neue Formen der Kooperationen zwischen Unternehmen dort entstehen (man denke gerade an die Vereinbarung zwischen Apple und Google, die insider auch schon GooOX getauft haben) – und die haben die Kraft und die Ausdauer Märkte umzubrechen!

    Also ich würde mich nicht hinter unseren vielfältigen Vorschriften verstecken, sondern aufmerksam beobachten.

    Lieber Gruss, Ulrike Reinhard

    Antworten

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