Archive | January, 2007

Open Source

Posted on 11 January 2007 by jrobes

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Die Bundeszentrale für politische Bildung hat ein umfangreiches Dossier zum Thema herausgebracht. “Open Source-Software ist das Paradox der Wissensgesellschaft: Programmierer verschenken ihr wertvollstes Gut - und begründen eine soziale Bewegung, die weltweit das Wissen befreien will”, heißt es im entsprechenden Newsletter. Dabei wird ein Bogen gespannt, der von Freier Software, Open Source, FOSS über Creative Commons bis zur “Open Educational Resources”-Bewegung reicht. Sehr schön, dass einzelne Themenpunkte in Form von Interviews mit Beteiligten dargestellt werden, wie z.B. im Interview mit Larry Sanger, in dem natürlich die geplante Wikipedia-Alternative, “Citizendium”, das zentrale Stichwort ist. Daneben gibt es viele weitere Links, Materialien und eine interessante Literaturliste!
Bundeszentrale für politische Bildung, Januar 2007
[Kategorien: Zukunft des Internet, Open Access/ Open Content]

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Google Print: Leservermehrung

Posted on 11 January 2007 by jrobes

Die große Aufregung nach Start des Projektes im Dezember 2004 hat sich gelegt. Jean-Noël Jeanneney, der Leiter der Nationalbibliothek in Paris, hat zwischenzeitlich noch einmal die europäische Fahne hochgehalten (“Googles Herausforderung. Für eine europäische Bibliothek”, 2006) - aber das war’s. Jetzt kann sich Reg Carr, Leiter der Bodleian Bibliothek der Universität Oxford, freuen, dass auch große Bibliotheken in Barcelona und Madrid sich entschlossen haben, in das Projekt einzusteigen, um “gemeinsam mit Google und dessen Partnern die Welt der Bücher und Information für die klassenlose Gesellschaft des World Wide Web zu erschließen.”

Ich will jetzt nicht die “klassenlose Gesellschaft des World Wide Web” hinterfragen. Sondern ich warte nach wie vor auf einen Bericht, der das globale Projekt “Google Print” greifbar macht. Nicht als Suche im Web. Sondern beginnend mit der Software, die findige Programmierer, vielleicht in Bratislava, für das kalifornische Unternehmen entwickeln; dann die Leiter der Bibliotheken mit ihren Interessen und Visionen, die sie treiben; dann das Scannen selbst! Wie muss ich mir das vorstellen, wenn Millionen Bücher, vor allem alte Bücher, die nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind, gescannt werden? Werden Bücher in Containern von New York und Oxford nach Indien und China geschifft, um dort non-stop bzw. Seite-für-Seite verarbeitet zu werden? Oder doch “vor Ort” und irgendwie automatisiert? Das wäre doch mal Stoff für eine Fernsehreportage … Oder hat jemand Antworten?
Reg Carr, Frankfurter Rundschau v. 11 Januar 2007
[Kategorien: Zukunft des Internet]

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The “Dumbness of Crowds”

Posted on 10 January 2007 by jrobes

Networks, Communities und Collaboration sind das Herzstück von Web 2.0. “The Wisdom of Crowds” von James Surowiecki ein Buch zur rechten Zeit. Open Source und Wikipedia in aller Munde. Das lädt ein zu Missverständnissen und Übertreibungen. Jaron Lanier hat ja bereits in “Digital Maoism” laut gegengesteuert. Jetzt hat Kathy Sierra versucht, das Feld in Ruhe etwas zu ordnen und beiden Seiten, der Community wie dem Individuum, zu ihrem Recht zu verhelfen.

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“It’s the sharp edges, gaps, and differences in individual knowledge that make the wisdom of crowds work, yet the trendy (and misinterpreted) vision of Web 2.0 is just the opposite–get us all collborating and communicating and conversing all together as one big happy collborating, communicating, conversing thing until our individual differences become superficial.”

Kurz: “The crowd” als gesichtslose Masse funktioniert nicht. Nur als Vereinigung von individuellen Persönlichkeiten. Und die haben auch als solche ihre Verdienste. “Art isn’t made by committee. Great design isn’t made by consensus. True wisdom isn’t captured from a crowd.” 50 Kommentare (!) auf diesen Artikel runden die Lektüre ab!
Kathy Sierra, Creating Passionate Users, 2 Januar 2007
[Kategorien: New Thinking, Web 2.0]

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Social Software & E-Learning

Posted on 09 January 2007 by jrobes

Auch wenn ihn Peter Baumgartner nur dezent bewirbt, bringt dieser Artikel verschiedene Dinge sehr anschaulich auf den Punkt. Okay, die Frage, was Social Software eigentlich ist (und was nicht), ist nicht originell, aber die kurze Antwort passt: “Anwendungen …, die – zum Unterschied von Programmen, die Daten miteinander verknüpfen – Personen zueinander in Beziehung setzen.” Entscheidend aber ist: “Menschen treffen sich zuerst um etwas zu tun (Internetadressen ablegen, Fotos auf einen Server laden) und lernen erst dann – sozusagen in der Ausübung ihrer Tätigkeit – mit Hilfe der Software, die ihren Arbeitsprozess unterstützt, Personen mit gleich gelagerten Interessen kennen.”

Und dann die Frage, was eigentlich alles in Gang gesetzt wird, wenn nicht nur das Internet, sondern auch Social Software fester Baustein akademischer Lernprozesse wird: “Wenn wir den Netzzugang offen halten, dann können wir nicht mehr den Zugang zu den Inhalten steuern, haben keine voll inhaltliche Kontrolle mehr. Wenn wir Social Software uneingeschränkt zulassen, dann können wir die sozialen Kontakte, die dabei entstehen, ebenfalls nicht mehr steuern.”

Aber, keine Angst, so Peter Baumgartner, denn zugleich werden ja die Lernprozesse und Lernfortschritte transparent! Wenn man diese Transparenz will und Curricula entsprechend verändert …
Peter Baumgartner, Computer + Personal (CoPers), Schwerpunktheft: E-Learning und Social Software, 2006, 14.Jg. (8), S. 20-22 und 34 (via Gedankensplitter v. 8 Januar 2007)
[Kategorien: e-learning, Social Software]

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Bildung zwischen den Jahren

Posted on 08 January 2007 by jrobes

Noch etwas benommen von einer gehörigen Überdosis weihnachtlicher Schokolade habe ich mich in den letzten Tagen wieder ans Web und die Bildung herangetastet. Vor allem, um mich zu vergewissern, dass alles beim Alten geblieben ist:

Web 2.0, Social Software, You (Time Magazine, 25. Dezember 2006). Ich überspringe das Thema, es wird einfach zuviel derzeit. Holtzbrincks Millionen, Videos auf YouTube, und immer mehr Second Life (z.B. gerade in der ZEIT: “Die nächste Kolonie des Kapitalismus”, 4. Januar 2007): die großen Schlagzeilen überdecken derzeit die kleinen Nachrichten aus der Bildungswelt. Wie z.B. diese: “If colleges really want to win the affection of prospective students, they ought to rip a page from the playbook used by Facebook and MySpace, says a new report. The study, ‘Engaging the Social Networking Generation,’ found that 43 percent of 1,000 collegebound juniors have created Facebook-esque personal profiles on college Web sites.” (Danke, Uli!).

Dazu passt, dass kein Geringerer als Jakob Nielsen nicht die economic divide, sondern die empowerment divide als zentrale Herausforderung entdeckt, wenn das “read/ write web” nicht nur das Spielfeld einer aktiven Minderheit bleiben soll (“Digital Divide: The Three Stages”, 20. November 2006).

Dann ist da das informelle Lernen, gleichermaßen Hoffnungsträger und ewiges Talent der Bildungsszene (hier geht’s zum Big Picture). Stephen Downes erinnerte zwischen den Jahren daran, dass auch informelles Lernen nur im Handeln relevant wird, oder kurz: “Informal learning isn’t ‘water cooler learning’.” (Albert Ip, “Informal Learning - some definitions”, 27. Dezember 2006).

Ganz nüchtern wird es, wenn man sich derzeit in der betrieblichen Weiterbildung umschaut. Viele Vorberichte zur LEARNTEC im Februar. Dann, wie immer zum Jahresbeginn, die Listen drängender Themen und zukünftiger Trends. Workforce Management hat sich, dankenswerterweise (?), nicht getraut, in seiner HR-Aufzählung Training & Development einfach wegzulassen. Denn die Botschaft - Training muss strategisch eingebunden sein, enger ausgerichtet auf Geschäftsziele, stärker unter dem Druck, nachprüfbare Resultate zu liefern – ist so banal wie bekannt (“An Ever-Changing Workforce Management Landscape Path”, Dezember 2006). Leider wird es auch nicht brisanter, wenn ein expliziter Bildungsberater wie Josh Bersin seine Agenda diktiert. Aber amüsanter: “E-learning 3.0 arrives” (“2007 Predictions for Enterprise Learning and Talent Management”, 4. Januar 2007). So geht’s auch!

Und die Universitäten? Die Neue Zürcher Zeitung will jetzt regelmäßig berichten, wie weit die Europäer mit ihrem Bologna sind. Und haben gleich über die deutsche Grenze geschaut und dort vor allem “Normenbegeisterung” und “Kontrollen” gesehen – oder sehen wollen? (“Lehren und studieren im Korsett”, 27. Dezember 2006). Helge Städtler (”Thetawelle”) hat dagegen noch vor der Weihnachtspause eine internationale Untersuchung virtueller Hochschulen zum Anlass genommen, über die Zentralisierung und Dezentralisierung von Bildungstechnologie nachzudenken (“Virtuelle Hochschulen in Deutschland: Wer ist erfolgreich?”, 6. Dezember 2006). Mit vielen interessanten Stichworten!

Sehr optimistisch stimmt dagegen, was alles bottom-up passiert. So ist das Elearning Center der Universität Zürich ins Podcasting eingestiegen (“Weihnachtsgeschenk: E-Learning Podcast”, 22. Dezember 2006), ebenso Helge Städtler und Anja C. Wagner (”eduFuture”); und Thomas Bernhardt und Marcel Kirchner, Studenten an der TU Ilmenau, video-podcasten gerade ihre Diplomarbeit (“Du bist der Autor!” - Vom Nutzer zum Wikiblogcaster!”).

Und während Martin Röll (“Das E-Business Weblog”) in seinem Jahresrück- und ausblick einräumt, dass er für das Thema “persönliches Informationsmanagement” noch kein tragfähiges Geschäftskonzept gefunden hat, meldet Gabi Reinmann (“e-Denkarium”), dass sie die Arbeit zu einem Buch über das individuelle bzw. persönliche Wissensmanagement wieder aufgenommen hat! Im Frühjahr soll es erscheinen! (“Arbeit zum persönlichen Wissensmanagement wieder aufgenommen”, 31. Dezember 2006).

Also, genug Stoff für Diskussionen ist da. Ich freue mich auf neue Ideen, Anmerkungen und Austausch im neuen Jahr!

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management
und Web 2.0
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