Archive | January, 2007

Das Mantra vom Weblog

Posted on 31 January 2007 by jrobes

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Wenn das Web 2.0 in der Personalführung angekommen ist, wird es wirklich ernst! Aufhänger des vorliegenden Artikels ist die Online Educa, die die Autorin im November letzten Jahres besucht hat und deren Eindrücke sie hier ausführlich schildert. Die Stichworte, die sie aus Berlin mitgebracht hat: Informelles Lernen, das fast automatisch mit vernetzten Arbeitsstrukturen einherzugehen scheint, die einen schnellen und flexiblen Zugriff auf Informationen und Kollegen verlangen. Communities, in denen sich Angestellte und Knowledge Worker immer häufiger versammeln (sollen); und vieles mehr.

Dabei nimmt die Autorin bei ihrem Rundgang über die Online Educa auch offene Fragen auf, z.B. nach der Bedeutung von Abschlüssen und Zertifikaten und dem Stellenwert von Open Content. Dazu Zusammenfassungen verschiedener Präsentationen, viele Zitate und ein abschließendes Interview mit Jaan Netzow und Martin Epple-Schlenker (IBM).

Einige Anmerkungen darf man sicher mit einem Fragezeichen versehen: So fällt der Satz: “Das klassische E-Learning als Einbahnstraße zum Lernenden ist tot”, was in diesem Zusammenhang auch schnell als Abgesang auf formales Training verstanden werden kann. Und ob die E-Learning-Branche von Wikis, Weblogs und Podcasts profitiert, ist keineswegs sicher. Trotzdem: Der Artikel bietet für Personaler, vor allem, wenn sie sich noch über das gedruckte Wort ihre Welt erschließen (also dieses Blog nicht lesen …), einen umfassenden Überblick über die Schnittstelle von Web 2.0 und Bildung.

Schade ist nur, dass viele, auch die Autorin, dem Reflex nicht widerstehen können, Lernen und Bildung zuerst mit Wettbewerb und Kampf, Gewinnern und Verlierern in Verbindung zu bringen:
“‘Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.’ Wer diese einfache Weisheit des britischen Komponisten Benjamin Britten (1913–1976) missachtet, geht im globalen Konkurrenzkampf um Köpfe und Ressourcen als Verlierer vom Feld. Die westlichen Industriegesellschaften können sich inzwischen des Ansturms der Billigproduzenten aus Asien kaum noch erwehren – als Verteidigungswaffe haben sie nun Bildung und Ausbildung wieder entdeckt.”
Cathrin Günzel, Personalführung 2/2007
[Kategorien: e-learning, Informelles Lernen, Online-Communities, Social Software, Trends in der Weiterbildung]

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2007 Horizon Report

Posted on 30 January 2007 by jrobes

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Das ist das vierte Mal, dass sich das New Media Consortium und die EDUCAUSE Learning Initiative aufgemacht haben, Trends in der Bildungstechnologie zu identifizieren, genauer gesagt: “to identify and describe emerging technologies likely to have a large impact on teaching, learning, or creative expression within higher education.” Auch dieses Mal haben sie wieder sechs Trends nach ihrer voraussichtlichen “time to adoption” aufgeteilt:

- ein Jahr oder weniger: User-Created Content und Social Networking
- zwei bis drei Jahre: Mobile Phones und Virtual Worlds
- vier bis fünf Jahre: The New Scholarship and Emerging Forms of Publication und Massively Multiplayer Educational Gaming

Der Horizon Report ist wieder einmal ein Lesegenuss! Auch wenn mich dieses Mal die Vorhersagen wenig überrascht haben: Wer mit den Beiträgen und Links dieses Blogs vertraut ist, wird in diesen Trends nichts Neues entdecken. User-Created Content und Social Networking beherrschen heute schon die Schlagzeilen, und es ist wahrscheinlich, dass das auch noch zwölf Monate so bleibt. Man könnte also an dieser Stelle trefflich über den Charakter von Trends diskutieren und z.B. fragen, ob sie mehr in der Gegenwart oder Zukunft angesiedelt sind bzw. sein sollten.

Dann ist es natürlich reizvoll, die jährlichen Trends nebeneinander zu legen. Was vor drei Jahren noch in ferner Zukunft lag, könnte ja heute bereits Mainstream sein … Um diese (auch meine!) Neugierde zu befriedigen, habe ich noch einmal kurz in die Ausgabe aus dem Jahr 2004 geschaut und gesehen, dass dort z.B. Learning Objects kurz vor dem Durchbruch gesehen wurden (one year or less)! Bei anderen Themen wie z.B. Mobile Phones und Educational Gaming fällt auf, dass sie schon seit einigen Jahren heiß diskutiert werden, ohne bis heute nachhaltige Spuren in der Bildungslandschaft zu hinterlassen.

Darüber hinaus bietet der Report wieder reichhaltige Ansatzpunkte, um die einzelnen Themen zu vertiefen. So findet sich z.B. zum Stichwort Mobile Phones der Link zum lesenswerten Artikel “20 Ideas: Getting students to use their mobile phones as learning tools”. Oder zum Stichwort “Virtual Worlds” gibt es einen Erfahrungsbericht über den Einsatz von Second Life in College-Kursen (”Real learning in a virtual world”).
The New Media Consortium, 2007
[Kategorien: Trends in der Weiterbildung, Social Software]

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Korallenriff im nährstoffarmen Meer

Posted on 29 January 2007 by jrobes

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Alexander Kluge, mit dessen “Öffentlichkeit und Erfahrung” ich mal ein ganzes Semester verbracht habe und dem ich wichtige Lebenshilfen wie “In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod” verdanke, ist hier zur Suhrkamp-Kultur befragt worden; dabei hat er sich zu ein paar interessanten Äußerungen hinreißen lassen, die das Nebeneinander von Buch und Internet betreffen:

NZZ: “Sie haben gesagt, mit dem Internet komme ein neuer Gutenberg …
Kluge: . . . weil wiederum jeder sich ausdrücken kann. Zwar zunächst unqualifiziert. Die ersten Druckschriften von Gutenberg sind furchtbaren Inhalts. Oder die Flugschriften im Bauernkrieg.

NZZ: Sie raten also dem Suhrkamp-Verlag dringend, auf Online-Publikationen umzustellen?
Kluge: Nein. Die erste Reihe publizistischer Online- Portale besteht aus Medien wie «Spiegel online» oder «NZZ online» usw. Dahinter die zweite Ebene, wo sich jeder äussern darf. Dann gibt es eine dritte Ebene, und da hört das Unqualifizierte auf. Stattdessen: Neuerfindung der Gründlichkeit und des Kommentars. Die Formen, die uns da begegnen, sind unakademisch geordnet, und die einzelnen Elemente können kurz sein, Filme von drei Minuten zum Beispiel. Die Komplexität wächst mit der Vernetzung. Wir können in der Tiefenebene des Internets die alten Gründlichkeiten wiederbeleben. Bis hin zu Thomas von Aquins Methode des Kommentars. Das Einzige, was wir nicht wiederbekommen, ist der Autor, der ruft «hier bin ich, ich verwandle alle Herbstblätter in eine traurige Stimmung».

NZZ: Verlage jedoch, solange sie noch gedruckte Werke produzieren - was wird aus ihnen in einer Internetwelt?
Kluge: Die Bücher bleiben.”

Interview mit Alexander Kluge, NZZ, 29 Januar 2007

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Der elektrische Reporter

Posted on 26 January 2007 by jrobes

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Für alle iPod-Besitzer, Liebhaber bewegter Botschaften und Suchende nach dem Sinn von Web 2.0 gibt es den “elektrischen Reporter”! Dahinter stecken der Journalist Mario Sixtus und, ja, das Handelsblatt. 16 Episoden sind bis heute erschienen. Im aktuellen Beitrag erklärt z.B. Marc Canter, wie wir uns in Zukunft in verschiedenen virtuellen Netzwerken bewegen und dabei, wenn wir wollen, mit verschiedenen Identitäten spielen werden. “Digital Lifestyle Aggregation” heißt sein Platzhalter für etwas, das sich ganz sinnvoll und nützlich anhört. Episode 15 lässt Ibrahim Evsan, Gründer der Video-Plattform Sevenload, über seine Ambitionen und die Zukunft des TV im Internet-Zeitalter sprechen. Und so weiter. Fürs Wochenende.
Der elektrische Reporter, Handelsblatt/ Mario Sixtus
[Kategorien: Zukunft des Internet, Web 2.0]

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Internet Culture and the Evolution of Learning

Posted on 26 January 2007 by jrobes

Gleich ein Zitat:
“The internet did change everything.
Ten years ago, 16 million people used the internet; today they number more than a billion. Google is the world’s largest learning provider, answering thousands of inquires every second.
The internet stew I’ve just cooked up is made of perpetual beta, the long tail, user-centered development, loose coupling, intangibles, connections, push the edges, power to peers, honesty, authenticity, and transparency. Each of these impacts the way we look at next-generation learning.”

Das plakative Gegenstück zum Artikel von Michael Schetsche, auf den ich gestern hingewiesen habe. Für Jay Cross ist die Internet-Kultur das Ergebnis dreier Bewegungen, die er am Cluetrain Manifesto, jenem mittlerweile legendären Dokument der jungen Internet-Geschichte, sowie an zwei Personen, Kevin Kelly (Wired) und Tim O’Reilly (Web 2.0), festmacht. Dann folgt er den Stichworten im obigen Zitat, von “perpetual beta” bis “transparency”, um Internet und Lernen zusammenzuführen. Dabei ist Jay Cross kein Freund der Zwischentöne oder Zweifel; vielleicht ermüden deshalb die vielen suggestiven Schlagworte etwas.
Jay Cross, Informal Learning Blog, 21 Januar 2007

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Die digitale Wissensrevolution – Netzwerkmedien, kultureller Wandel und die neue soziale Wirklichkeit

Posted on 25 January 2007 by jrobes

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Ein wirklich anregender Artikel, der viele aktuelle Entwicklungen anspricht! Im Sommer hatte ich weite Teile der “Google-Gesellschaft” gelesen, wollte auch etwas darüber schreiben, bin dann aber doch an der Vielfalt der Beiträge “gescheitert”. Hier beschreibt nun Michael Schetsche, Privatdozent in Freiburg und einer der Herausgeber der “Google-Gesellschaft”, sehr anschaulich an sechs Beispielen, was den sozialen und kulturellen Wandel der gegenwertigen Netzwerkgesellschaft (Manuel Castells) auszeichnet.

Die sechs Veränderungen sind:
1. die neue Ordnung des Wissens, die u.a. die Trennung zwischen Fakten und Fiktionen tendenziell aufhebt;
2. die soziale Steuerung durch technische Normen: die algorithmischen Normen sind “nicht hintergehbar”;
3. die automatischen Archiv-Funktionen des Netzes: “Das Netz hat kein Gedächtnis.”
“Da das Netz fast allen Versuchen widersteht, einmal digitalisierte Informationen wieder aus der Netzzirkulation zu entfernen, wird der Kampf früherer Kulturen gegen das Vergessen zu einem individuellen wie politischen Kampf um die Möglichkeit des Vergessens.”

4. die Ergänzung der Tausch- durch die Geschenkökonomie
5. die Aufhebung der Leitdifferenz zwischen ‘öffentlich’ und ‘privat’ - mit Konsequenzen:
“Entsprechend verlieren die Normen zum Schutz der Privatsphäre (wie das informationelle Selbstbestimmungsrecht) ihre Bedeutung, weil es keine Bedürfnisse der Subjekte mehr gibt, die sie schützen könnten.”

6. die Dialektik von Möglichkeit und Zwang permanenter Kommunikation: mit Krankheitsbildern wie dem “hyperkommunikativen Sozialcharakter” oder dem “Kommunikationsdefizit-Syndrom”, mit dem die stigmatisiert werden, die sich der permanenten Erreichbarkeit widersetzen.

Man wird bei der Lektüre sicher nicht alle Beispiele gleich einschätzen, aber dazu trägt vor allem, so der Autor, deren Ambivalenz und Widersprüchlichkeit bei. Erschwerend kommt hinzu, dass wir permanent versuchen, das Neue mit Hilfe des Alten zu erklären:
“Was wir heute bei sozialen, ökonomischen und insbesondere staatlichen Institutionen als Reaktionen auf die geschilderten Veränderungen beobachten können, folgt immer wieder demselben Muster: Die Beurteilung der Entwicklungen des 21. Jahrhunderts erfolgt auf Basis nicht nur der Maßstäbe, sondern vielfach auch der Ideen und Ideologien des 20. Jahrhunderts. Das gilt etwa für Fragen des Urheberrechts und des Jugendschutzes, für Probleme von Anonymität und Datenschatten, für das Verhältnis von Arbeit und Freizeit oder auch die Abgrenzung zwischen Öffentlichkeit und Privatheit.”
Michael Schetsche, in: zeitenblicke 5 (2006), Nr. 3
[Kategorien: Zukunft des Internet, New Thinking]

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e-learning 2.0 Infiltrates the Classroom

Posted on 25 January 2007 by jrobes

Richard MacManus skizziert hier in kurzen Stichworten den Markt der “Internet-based education software”. “Big Internet Companies”, “Collaborative E-learning Systems”, “Traditional Learning Management System” sowie “Blogs/ Wikis/ Podcasts/ Flickr” sind seine Kategorien. Interessant sind die 16 Kommentare, unter denen ich auch folgende Gegenüberstellung gefunden habe:

“If eLearning 1.0 was about static content controlled by the content creator then eLlearning 2.0 is about dynamic learning environments, made up of both content and collaboration, that is controlled the learner.” (Ben Watson, Thomson Netg)
Und ich habe hier zum ersten Mal von SLoodle, Second life Object-Oriented Distributed Learning Environment, gehört.
Richard MacManus, Read/ Write Web, 17 Januar 2007
[Kategorien: e-learning 2.0]

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Qualität im e-Learning

Posted on 25 January 2007 by jrobes

Qualität als Thema ist nicht besonders sexy. Ja, wenn Qualität als Marke (Apple) daherkommt und Kult wird, das ist etwas anderes. Aber davon sind wir in der Bildung noch weit entfernt. Hier ist es die Sache von einigen Spezialisten, einer “lernerorientierten e-Learning-Qualität” Leben einzuhauchen und sich dabei auch mal in die Niederungen der ISO-Normen zu begeben.

In dieser zweiten Ausgabe der elearningpapers geht es um Qualität. Ulf-Daniel Ehlers, Direktor der European Foundation for Quality in eLearning (EFQUEL), versucht, drei Ansätze zu einem neuen, umfassenden Konzept der Qualitätsentwicklung zusammenzuführen:
- eine bildungsorientierte Sicht auf Qualität, die die Situation des Lerners, seine individuellen Bedürfnisse und Präferenzen berücksichtigt;
- eine prozessorientierte Sicht, in der Qualität zwischen verschiedenen Interessengruppen ausgehandelt wird (und hier erkenne ich mich als Projektleiter, der e-Learning-Angebote mit seinen Kunden entwickelt, am schnellsten wieder!);
- eine kompetenzorientierte Sicht, die danach fragt, welches Know-how (”quality literacy”) notwendig ist, um “passende Qualitätsansätze für bestimmte Kontexte” zu finden
(”Zu einer besseren Qualitätskompetenz in einem e-Learning-Europa”).

Es gibt in dieser Ausgabe weitere Artikel, u.a. von Ulf-Daniel Ehlers und Graham Attwell. Wie auch immer man zum Thema Qualität stehen mag, diese zweite Ausgabe der elearningpapers ist qualitativ eine Verbesserung!
eLearning Papers, www.elearningeuropa.info, Nr.2, Januar 2007
[Kategorien: e-learning]

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Identifying learning and training needs

Posted on 24 January 2007 by jrobes

Jedes Lernen, auch e-learning, fängt irgendwo an: z.B. mit einer Analyse des Bildungsbedarfs. Wie eine solche Analyse aussehen kann, wird hier von der CIPD-Autorin komprimiert und grundlegend beschrieben:
- What is training needs analysis?
- Why is needs analysis important?
- When to undertake training needs analysis?
- Knowledge, skills and attitudes versus competences
- How to plan a TNA?
- How to carry out a TNA?
- TNA for individuals
- How to use the results of the analysis?

Sehr schön auch der Hinweis, dass Theorie und Praxis hier - ähnlich wie beim Stichwort “Bildungscontrolling” - in der betrieblichen Weiterbildung weit auseinanderfallen. Und dass nicht immer formales Training die Antwort auf die Ergebnisse einer Bedarfsanalyse sein muss.
Jennifer Taylor, Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD), Januar 2007

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Alles in einen Topf

Posted on 23 January 2007 by jrobes

Ein kurzer Ausflug in die Bildungsökonomie: “Auffälligstes Resultat der Analyse der aktuellen Weiterbildungssituation ist die Abnahme der Beteiligung an allgemeiner und beruflicher Weiterbildung sowie die Reduzierung der finanziellen Förderung durch die öffentlichen Haushalte und die Unternehmen.” So hieß es vor kurzem im ersten nationalen Bildungsbericht (Juni 2006, S.136). Handlungsbedarf also. Und während das Bildungsministerium kürzlich ein Modell vorstellte, das aus Weiterbildungsprämien, Darlehen und Bildungssparen besteht (BMBF, Januar 2007), liegt hier ein gewerkschaftlicher Gegenentwurf vor. In seinem Mittelpunkt steht ein kollektives Finanzierungskonzept, das auf die Einrichtung von branchenspezifischen Weiterbildungsfonds setzt. Das Modell existiert in Frankreich übrigens seit 1971. Die individuelle berufliche Weiterbildung soll durch Zuschüsse und Darlehen gefördert werden, das Modell des Bildungssparens wird skeptisch gesehen.

Nun bin ich nicht in der Lage, die verschiedenen Konzepte gegeneinander aufzurechnen. Deshalb nur eine Randbemerkung: Es fällt auf, dass die Autoren vorschlagen, durch Fonds nur “strukturierte Weiterbildungsmaßnahmen” zu finanzieren. Das Lernen am Arbeitsplatz oder im Arbeitsprozess wird explizit ausgeklammert.
GEW, IG Metall und Verdi, Frankfurter Rundschau v. 17 Januar 2007
[Kategorien: Bildungsökonomie, Lebenslanges Lernen]

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Micromedia & e-Learning 2.0: Gaining the Big Picture

Posted on 22 January 2007 by jrobes

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Im Juni 2006 habe ich die Microlearning Conference besucht und bin heute noch begeistert von den unterschiedlichen Menschen und Meinungen, die die Gastgeber in Innsbruck zusammenführen konnten. Jetzt liegen viele Beiträge online und in schriftlicher Form vor. Wer sich also mit dem Begriff und den dahinter liegenden Konzepten vertraut machen möchte, dem seien vor allem die Einführungen von Peter A. Bruck, Theo Hug und Martin Lindner sowie der Artikel von Arnaud Leene (”MicroContent is Everywhere”) empfohlen. Vorneweg: was hier Microlearning heißt, wird andern Ortes vielleicht e-Learning 2.0 genannt und steht auf der Kreuzung von informellem Lernen und Web 2.0. “Small pieces, loosely joined” (David Weinberger) wird gerne und oft zitiert, auf das mobile phone “as a powerful tool to access networked data” immer wieder verwiesen.

Peter A. Bruck, Leiter der Research Studios Austria, schreibt einführend sehr schön: “‘Microlearning’ has become the most common everyday practice in the information society. It’s the way we breathe in information and exhale communication. We do it when reading and writing e-mails or mobile texts, blogs and wikis, or when we google and podcast, set up aggregations & feeds.”
Und etwas später: “We no longer write long papers but design multimedia presentations …” Da wusste er wohl noch nicht, dass am Ende eine Dokumentation mit 324 Seiten herauskommen würde.
Theo Hug, Martin Lindner und Peter A. Bruck (Hrsg.): Proceedings of Microlearning 2006. Innsbruck 2006 (pdf)
[Kategorien: Zukunft des Internet, e-learning 2.0, Trends in der Weiterbildung]

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Leben im Netz

Posted on 19 January 2007 by jrobes

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Auch Gero von Randow schiebt in der aktuellen ZEIT das Web 2.0 auf die Bühne. Ein konkreter Anlass oder eine zentrale These fehlen. Stattdessen die Erinnerung an Marshall McLuhans Formel “Das Medium ist die Botschaft”: Wenn mehr als eine Milliarde Menschen das Internet nutzen, hat das Konsequenzen - fragt sich nur welche. Zugleich macht diese Verbreitung und Nutzung eine Aufteilung der Wirklichkeit in eine aus erster und eine aus zweiter Hand obsolet. Dann noch die Frage des Autors, wann das Internet hierzulande nicht nur einen Merkel-Podcast bereitstellt, sondern wirklich politisch wird. Ganz unterhaltsam.
Gero von Randow, Die ZEIT, 18 Januar 2007
[Kategorien: Zukunft des Internet, Web 2.0]

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Online Tutoring Journal

Posted on 19 January 2007 by jrobes

Als Ende der neunziger Jahre der Übergang vom CBT zu WBT und Lernplattform zum Thema wurde, war der Tutor ein fester Bestandteil des Online-Lernens. Leider nur in der Theorie. In der betrieblichen Praxis setzte sich vielerorten das individuelle und “selbst organisierte” Bearbeiten eines Lernprogramms durch. In den zunehmend schlankeren Personalabteilungen war schlicht kein Platz für die Rolle des Tutors - und damit eine langfristige Verankerung des Online-Lernens.

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In den letzten Monaten ist wieder etwas Bewegung in die Sache gekommen. Es ist zunehmend selbstverständlicher (Web 2.0 sei Dank!), etwas gemeinsam im Web zu tun. Folgerichtig gibt es jetzt ein Online-Magazin, das sich ganz dem Thema Online-Tutoring und Virtual Classroom widmet. Diese Konzentration des Magazins ist Stärke und Schwäche zugleich. Der längere Blick in die aktuelle vierte Ausgabe zeigt: Wer neugierig auf das Thema ist, wer praktische Hilfen und Tipps sucht, wird hier fündig und findet erfahrene Online-Trainer als Ansprechpartner (siehe z.B. der ausführliche Artikel zur “Praxis des Virtual Classroom” von Gabriela Pflüger).

Wer sich allerdings schon länger mit dem Thema des Online-Lernens beschäftigt, stolpert schnell über viele Wiederholungen, Selbstverständlichkeiten und den Mangel an Geschichten. Nur etwas für Online-Tutoren?
Online Tutoring Journal, 1/ 2007 (”Methodik und Didaktik des Live-E-Learning im virtuellen Klassenzimmer”)
[Kategorien: e-learning]

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Predictions for 2007

Posted on 18 January 2007 by jrobes

Ich habe gerade die zwei Dutzend kurzen Statements überflogen, die das eLearn Magazine hier versammelt hat, und es ist schwer, aus der Fülle der Anmerkungen einen großen gemeinsamen Trend zu filtern. Die Initiatoren haben, leider oder Gott sei Dank, das Spielfeld nicht eingegrenzt. Mein Trend sind neue multimediale Angebote an der Schnittstelle von e-Learning und Web 2.0, wie sie z.B. podcampus des Multimedia Kontor Hamburgs und das E-Learning-Podcast der ETH Zürich anbieten. Aber es ist natürlich mehr und anderes möglich. Hier z.B. als Appetizer Jay Cross:

“This will be the year of PULL. People will rebel against the ever larger haystacks that have been pushed upon them in favor of finding needles for themselves. We’ll see fewer and fewer courses, books, and three-day retreats, and more “small pieces, loosely joined.” Conference attendees will set their own agenda; workshop participants will choose their curriculum. Systems will evolve that enable us to rate what we read— allowing the best to rise to the top. Not that we have a lot of choice. The world has become unpredictable; only a fool plans far in advance these days. As for technology, everything will get faster, better, cheaper. That’s not a prediction; it’s Moore’s Law.”
Lisa Neal, eLearn Magazine, 12 Januar 2007

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Environmental Scan: Results of the IRRODL User Survey

Posted on 17 January 2007 by jrobes

Warum einen Text vertonen und als Podcast anbieten? Vor allem, wenn es sich um einen wissenschaftlichen Text handelt, dem man beim Joggen oder Autofahren vielleicht doch nicht mit der gebührenden Aufmerksamkeit folgen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass das Ganze dann noch von einer Computerstimme vorgetragen wird, hervorragend zwar, aber ohne die Höhen, Tiefen und Betonungen menschlicher Sprecher. IRRODL, The International Review of Research in Open and Distance Learning, bietet diesen Fullservice an: alle Artikel einer Ausgabe als HTML, PDF und eben als MP3. Jetzt haben jedoch nur 31 Prozent der Leser gesagt, dass das MP3-Angebot für sie wichtig wäre. Terry Anderson, Herausgeber und Chefredakteur, will trotzdem daran festhalten.
Terry Anderson, The International Review of Research in Open and Distance Learning (IRRODL), Vol 7, No 3 (Dezember 2006)
[Kategorien: Podcasting]

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ABWF: Herausforderungen der Zukunft

Posted on 17 January 2007 by jrobes

Das ist sicher eine Zäsur: Das Forschungs- und Entwicklungsprogramm “Lernkultur Kompetenzentwicklung” ist Ende 2006 ausgelaufen. Die Arbeitsgemeinschaft Betriebliche Weiterbildungsforschung (ABWF) war Träger des Projekts “Qualifikations-Entwicklungs-Management” (QUEM), das wiederum für die Organisation des erwähnten Entwicklungsprogramms verantwortlich war. Programm ausgelaufen, Projekt zu Ende, was macht nun die ABWF?

Im vorliegenden (letzten?) QUEM-Bulletin unterstreichen die ABWF-Herausgeber noch einmal die Schlüsselrolle von Kompetenzen und lassen Stichworte und Themenfelder Revue passieren. Heute ist es (fast) Konsens, dass sich Kompetenzentwicklung nicht nur in Kursen und Seminaren abspielen kann, sondern mehr und mehr in den Arbeitsprozessen selbst, im sozialen Umfeld und auf Grundlage netzgestützter Tools und Dienste. An der Entwicklung dieser Erkenntnis waren ABWF/ QUEM maßgeblich beteiligt. Ihre Vertreter haben Definitionen “gesetzt”: “Kompetenzen als Selbstorganisationsdispositionen”. Dazu passt auch, dass man für die Zukunft von Wissenschaft und Forschung mehr Pragmatismus und Verständlichkeit fordert.

Wie geht es weiter? Im Bulletin ist sehr offen von “zukünftigen Aufgaben” die Rede. Konkrete Projekte werden nicht genannt. Bleibt vorerst eine umfangreiche Online-Bibliothek zu Fragen der Kompetenzentwicklung unter www.abwf.de.
QUEM-Bulletin, 6/2006 (pdf, 1,81 MB)
[Kategorien: Weiterbildung allgemein, Kompetenzen]

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Learning Trends & Futures: 7 Changes That Will Morph the Training Function

Posted on 16 January 2007 by jrobes

“Learning content will be created by users as fast as it can be today by instructional designers. The content will not be controllable as it is today because there will be significantly more places where learning content will be published.” Kann damit hier & heute eine Bildungsabteilung, auch wenn sie sich bereits “Learning & Development” nennt, bereits etwas anfangen? Ist das - aus Unternehmenssicht - sinnvoll und realistisch?

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“Richtige” Trends müssen vielleicht so sein: Weit über den Status Quo hinaus weisend, da sonst niemand die Veränderung wahrnimmt. Die Gefahr ist, dass man heute nur vereinzelt Ansatzpunkte findet, diesen Trends auf die Sprünge zu helfen. Wie auch immer: Drei bis fünf Jahre gibt uns Elliott Masie, dann wird die Community der Mitarbeiter das Lernen in eigene Hände übernommen haben. Was ist davon zu halten? Ich sehe diese Trends auch, wäre aber etwas vorsichtiger, sie über alle Zielgruppen, Branchen und Unternehmensgrößen hinweg hochzurechnen.
Elliot Masie, ELearning! Magazine, Januar 2007

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E-Learning an deutschen Fachhochschulen

Posted on 15 January 2007 by jrobes

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Nachdem das HIS Hochschul-Informations-System 2005 über die “E-Learning-Strategien deutscher Universitäten” berichtete, hat man sich jetzt den Fachhochschulen zugewandt. Wieder in der bewährten Form ausgewählter Fallstudien. Ausgangspunkt war dabei die Frage, “… welche Zielsetzungen deutsche Fachhochschulen in Bezug auf das Thema E-Learning verfolgen”.

In ihrer Einführung und Zusammenfassung weisen die Autoren auf den - im Vergleich zu den Universitäten - oftmals begrenzten Spielraum der FHs hin, was personelle wie finanzielle Ressourcen betrifft. Hinzu kommt die starke Abhängigkeit von Drittmitteln und Förderprojekten. Die Folge ist eine sehr heterogene e-Learning-Landschaft, in der selbst lokale Aktivitäten selten in einer expliziten e-Learning-Strategie gebündelt sind.

Um so erfreulicher, dass jetzt die Erfahrungen von zehn Fachhochschulen (Aachen, Berlin, Bremen, Furtwangen, Kaiserslautern, Köln, Leipzig, Lübeck, Osnabrück, Regensburg) offen liegen. Über einige der genannten FHs hört man ja regelmäßig, weil sie schon länger als Anbieter von Online-Studienangeboten präsent sind (Lübeck, Furtwangen); andere tauchen beim Einwerben von Drittmitteln immer wieder öffentlichkeitswirksam auf (FHTW Berlin).

Was bieten die Fallstudien? Auskunft über die Profile der Hochschulen, ihre e-Learning-Strategie, die Organisations- und Supportstrukturen, die Technik sowie Programme und Projekte; sehr detailliert, teilweise bis zur Auflistung erhaltener Drittmittel! Und wer sich für das Thema Lernplattformen interessiert, erfährt, dass die meisten FHs auf Open Source Angebote wie ILIAS, Moodle und Stud.IP zurückgreifen.

Was bieten die Fallstudien nicht? Auskunft über Lernarrangements und die didaktischen Konzepte, auf denen der e-Learning-Einsatz aufbaut. Hier hört es meist beim Stichwort “Blended Learning” auf.
Bernd Kleimann und Klaus Wannemacher, HIS Hochschul-Informations-System GmbH, Dezember 2006 (pdf)
[Kategorien: eUniversity]

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Aspekte freier Bildungsressourcen

Posted on 12 January 2007 by jrobes

Peter Baumgartner hat im November am Seminar “Open Educational Resources - Institutional Challenges” an der Universitat Obertate de Catalunya (UOC) teilgenommen und einzelne Beiträge ausführlich zusammengefasst und kommentiert. Natürlich sind die beiden Leuchtturmprojekte - MIT’s “OpenCourseWare” und “OpenLearn” der Open University - vertreten. Darüber hinaus ging es allgemein um den Stellenwert von Content in Bildungsprozessen, den Möglichkeiten von Semantic Web-Technologien sowie verschiedene Versuche, Geschäftsmodelle für Open Educational Resources (OER) zu entwickeln. Auf diesem Feld spielt auch Peter Baumgartners Beitrag.

Viele Anregungen. Ich habe mich z.B. gleich für den OER-Newsletter der William and Flora Hewlett Foundation eingetragen, die fast alle der in Catalunya vorgestellten Projekte unterstützt.
Peter Baumgartner, Gedankensplitter, 21 Dezember 2006
[Kategorien: Open Access/ Open Content]

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Distance Learning Today

Posted on 12 January 2007 by jrobes

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USA Today verkauft täglich 2,25 Millionen Exemplare und ist damit die auflagenstärkste überregionale Zeitung in den USA. 2,25 Millionen, das sind etwas weniger als die 3,6 Millionen von BILD, aber immerhin. Dafür bringt USA Today jetzt einmal im Quartal die Beilage Distance Learning Today heraus. Diese Beilage würde nicht erscheinen, wenn man nicht von der Sache, vom Markt für Distance Learning, überzeugt wäre. Also ist die Rede vom “tipping” und “turning point”, den Distance Learning heute erreicht hat. Vor diesem Hintergrund machen die Beiträge ganz unterhaltsam eine Leserschaft mit den Möglichkeiten von Distance Learning vertraut: indem man vor allem Vorurteile abbaut (“Challenging the Myths about Distance Learning”, siehe auch www.nosignificantdifference.org); indem man die “Millennials” anspricht; dazu etwas über Bildungstechnologie, die Herausforderungen heutiger Universitäten und Kaufberatung für Bildungsinteressenten (”Is Online Learning Right for You?”). Nicht nur interkulturell interessant.
United States Distance Learning Association (USDLA), USA Today, 5 Januar 2007 (pdf)
[Kategorien: e-learning]

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management,
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