Archive | December, 2006

The value of learning

Posted on 07 December 2006 by jrobes

Das kurze Diskussionspapier des Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD) bringt eine Entwicklung auf den Punkt: Die traditionellen Ansätze des Bildungscontrolling sind über die Rezeption des Modells von Donald L. Kirkpatrick (1975) nie hinausgekommen, aber: “this model of evaluation doesn’t happen in practice”. Stattdessen setzen Unternehmen verstärkt auf Balanced Scorecard- und Human Capital-Ansätze, um Wert und Bedeutung ihrer Aktivitäten transparent zu machen. Auch hierzulande sehen wir ja, das Ansätze der Wissensbilanzierung einen ganz anderen strategischen Wert besitzen, als die - in der Regel vergeblichen - Versuche, einen Return on Investment auf Projektebene auszuweisen. Das Papier verlinkt zu weiteren Case Studies (z.B. einer Sales Training-Initiative bei Levi Strauss Europe) und lädt zu Kommentaren ein.
Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD), November 2006

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The Form of Informal

Posted on 06 December 2006 by jrobes

Stephen Downes hat sich geärgert: Wer sagt, dass informelles Lernen unstrukturiert und zufällig sein muss? Wie kann man darauf kommen, ein Buch über informelles Lernen als Widerspruch zu betrachten? Überhaupt: Warum sind Bücher für manche seriösere Quellen als das Internet? Ich weiß, die letzte Frage gehört nicht unbedingt in diese Reihe, aber sie bewegt Stephen Downes - vielleicht, weil so viele seiner bloggenden Kollegen gerade Bücher veröffentlichen …

“But as time goes by, and when we realize that Paris Hilton has published one too many books for our liking, or that some online writer has published one too few, this transition, from being anointed an ‘expert’ by the publishing industry, to being anointed an ‘expert’ by a community (of practice), will become easier.”
Stephen Downes, Half an Hour, 4 Dezember 2006
[Kategorien: Informelles Lernen]

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JIM-Studie 2006

Posted on 05 December 2006 by jrobes

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Ältere Erwachsene rücken langsam in den Fokus, Jugendliche stehen dagegen seit jeher im Mittelpunkt medienpädagogischer Bemühungen. Zum neunten Mal in Folge hat der Medienpädagogische Forschungsverband Südwest (mpfs) das Medienverhalten der 12- bis 19-Jährigen in der Bundesrepublik untersucht. Ein Ergebnis: “Müssten sich Jugendliche für ein Medium entscheiden, würden 26 Prozent den Computer und jeweils 19 Prozent Fernseher und Internet wählen.” Und wenn Jugendliche das Internet nutzen, dann vor allem, um sich über Instant Messenger, E-Mail und in Chatrooms auszutauschen.
Medienpädagogische Forschungsverband Südwest (mpfs), Pressemeldung vom 1 Dezember 2006
[Kategorien: Zukunft des Internet, Media Literacy]

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Die Bildung Älterer mit neuen Medien: Zwischen Medienkompetenz, ICT-Literacy und generationsspezifischen Medienpraxiskulturen

Posted on 05 December 2006 by jrobes

Das Online-Magazin “Bildungsforschung” ist mit einer neuen Ausgabe erschienen, die sich ganz dem Thema “Bildung Älterer” widmet. Aus der Fülle der Beiträge habe ich diesen herausgesucht, der an der Schnittstelle von Bildung und Online-Lernen angesiedelt ist. Der Autor setzt sich hier mit der Frage auseinander, “ob und wie ‘Personen, die die 60 überschritten haben’, neue Medien nutzen bzw. mit ihnen handeln und welche Bedeutung die neuen Technologien für diese Altersgruppen im Kontext von Bildungsprozessen bereits innehaben bzw. zukünftig erlangen können.”

Vor diesem Hintergrund stellt er die Ergebnisse einiger Befragungen vor, die sich mit der Internetnutzung und Medienkompetenz “Älterer” beschäftigen, zeigt aber auch die Grenzen der dahinter stehenden Literacy-Konzepte auf.

Zusammenfassend: “Ist man an genaueren Erklärungen dafür interessiert, warum die älteren Kohorten dennoch immer noch signifikant weniger mit den neuen Medien handeln, muss man sich der generationsspezifischen handlungsleitenden Orientierungen versichern. …
Wir haben es ganz offensichtlich nicht mit einem Alterseffekt zu tun, also dem Nachlassen des Interesses am Neuen, weil man aufgrund mangelnder Kompetenzen nicht mehr mithalten kann, sondern mit einem echten Generationeneffekt: Die heutzutage über 60-jährigen haben ihre Medienpraxiskulturen aus der Jugendzeit im habituellen ‚Gepäck’ und widmen sich den neuen Technologien aus dieser Perspektive. Die damit verbundenen Formen der Aneignung von Wissen über neue Medientechnologien sind für sie anstrengender und zeitintensiver, als für die jüngere Generation, weshalb es sich viele zweimal überlegen, auf den ‚digitalen Zug’ aufzuspringen.”
Sehr komprimiert und akademisch, aber eine lohnende Lektüre.
Burkhard Schäffer, bildungsforschung, Jahrgang 3, Ausgabe 2, Dezember 2006
[Kategorien: Media Literacy, Lebenslanges Lernen]

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Wolfgang Coy im Chat-Interview: Neues Publizieren mit Open Access und Open Content

Posted on 05 December 2006 by jrobes

Auf der Online Educa in Berlin war es nur ein Randthema. Es hätte sicher mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Deshalb der Hinweis auf dieses ausführliche Chat-Protokoll, in dem Wolfgang Coy, Vorsitzender der Medienkommission der Humboldt Universität in Berlin, Rede und Antwort steht. Der Experte klärt hier Begriffe, erläutert das öffentliche Interesse an Open Access (”Wenn Wissenschaftler öffentlich bezahlt werden, gehören die Ergebnisse ihrer Forschung auch der Öffentlichkeit.”), wird auf die Gefährdung des Verlagswesens angesprochen (”Das Internet gefährdet ALLE ökonomischen Strukturen.”), diskutiert die Qualitätsfrage (”Auch wenn sie es noch nicht festgestellt haben: Es gibt sehr schlechte gedruckte Aufsätze und Bücher.”) - und wirft einen Blick in die Zukunft:
“Sim: Wie lange, meinen Sie, dauert es, bis sich die Publikationskultur an einer Hochschule ändert?
Wolfgang Coy: Zwei Generationen - von Doktoranden.”

e-teaching.org, 20 November 2006
[Kategorien: Zukunft des Internet]

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Online Educa

Posted on 04 December 2006 by jrobes

Die Online Educa war eine spannende, dichte, aber auch seltsame Konferenz. Über 2.000 Teilnehmer aus 90 Ländern weltweit – und damit mehr Teilnehmer als auf Elliott Masie’s Learning 2006! “The most international conference I’ve attended”, schreibt George Siemens, einer der Keynote-Speaker. So hat man als Teilnehmer aus Deutschland das Gefühl, zwar noch auf heimischem Boden zu sein, aber doch einer Minderheit anzugehören; ein Gefühl, das durch die fehlende Präsenz von Ausstellern aus Deutschland und die Verkehrssprache Englisch verstärkt wird. Aber ich möchte die Begegnungen und Gespräche auf der Online Educa nicht mehr missen!

Das Opening Plenary

Was kann ich nach zwei Tagen Non-Stop-Keynotes und Sessions sagen? Es waren durchweg interessante Keynotes: David Siele schilderte die Bildungssituation in Kenia und ordnete ein: “E-Learning is expected to increase access to education and learning”. Dann noch etwas Werbung für die “eLearning Africa 2007″ in Nairobi. George Siemens erklärte uns, “how knowledge is changing” und setzte, wie gewohnt, große Fragezeichen hinter traditionelle Bildungsmodelle. Jean-Michel Billaut (BNP Paribas) rief zu einem “new deal for Europe” auf und möchte Glasfaser in jedes Wohnzimmer bringen. Und Roger Larsen (Fronter) beschrieb die Zukunft von Lernplattformen: inhaltlich als “Collaborative Working Environments” und organisatorisch als “Open Source 2.0″.

Ich will diese Keynotes nicht weiter bewerten oder mit denen des letztes Jahres vergleichen; und was die Inhalte betrifft, so gibt es vielleicht bald eine Gelegenheit, die Slides im Detail zu studieren. Was aber auffällt: Es waren keine wirklichen Herausforderungen dabei. Niemand, der den internationalen Bildungsexperten einmal den Spiegel vorhält. Kurse und Programme sind tot? Networked learning? Learner-centered education? Informal learning? Sind das auch die Fragen, die “draußen” diskutiert werden, wenn es um People Management geht?

Warum nutzt man nicht diese großartige Bühne, um andere Perspektiven auf Information & Knowledge zuzulassen? Warum stehen nicht mal Larry Page und Serge Brin auf der Bühne und erzählen, wie sie sich die Welt von Morgen vorstellen? Oder Jimmy Wales mit seiner Wikipedia? Warum stellt man sich nicht den, möglicherweise kritischen Anforderungen der Wirtschaft? Warum schildert nicht der CEO eines Global Players seine Sicht auf Human Capital, auf Talent Management und auf … Bildung und Weiterbildung?

Sessions

In den Sessions, die ich besuchte, ging es u.a. um “Web 2.0″, “Informal Learning” und “Podcasts”. Die Web 2.0-Vorträge drehten sich um den Einsatz von Drupal zur Unterstützung von Learning Communities (Michael Kerres), zwei Wiki-Projekte in Belgien und UK sowie Grundsätzliches zum Potenzial von Web 2.0 und Social Software (Michael Kerres, Lutz Goertz, Kai Heddergott).

Der erste Tag schloss mit einer Session zu “Future Perspectives” ab. Beeindruckend, wie Monika Weber-Fahr E-Learning aus der Perspektive der Weltbank darstellte; und dann kam auch Rich Caccavale (Blackboard) zu Wort und beschrieb, wie die Zukunft von E-Learning aus der Sicht eines Lernplattform-Anbieters aussehen könnte. Natürlich endete sein Vortrag mit dem Hinweis auf die Blackboard Beyond-Initiative, mit der sich das Unternehmen stärker der Web 2.0-Technologien annehmen wird. Aber sicher noch schöner, dass er diese Ankündigung mit einem langen Zitat von Stephen Downes stützte. Schade, dass niemand auf die Idee kam, Rich zu fragen, ob sich Blackboard Weblogs, Wikis und Social Bookmarking-Tools hat bereits patentieren lassen …

Den zweiten Tag eröffnete ein etwas angegriffener Jay Cross. Natürlich ging es um “informal learning” und die Frage, wie wir das Potenzial, das in ihm steckt, nutzen. Jay Cross: “The best technologies for learning are conversations and beer.” Kevin Wheeler setzte im Anschluss den Fokus auf Innovationen (“learning to think and innovate is new territory”). Dann präsentierte Yael Ravin eindrucksvoll, wie IBM das informelle Lernen ihrer Mitarbeiter unterstützt: Social Bookmarking und Tagging, Discussion Jams und Communities – da konnte man schon neidisch werden! Mike McKeown’s (Cisco) Ausführungen waren kaum weniger beeindruckend, aber im Gedächtnis ist mir seine kleine Videopräsentation geblieben. Sie hatte irgend etwas mit informellem Lernen zu tun …

Weitere Stimmen zur Online Educa:

George Siemens
Jay Cross
Teemu Arina
Mandy Schiefner (sehr ausführlich!)
Michael Kerres
Online Educa (Fotos)

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Hacking Knowledge: 77 Ways to Learn Faster, Deeper, and Better

Posted on 01 December 2006 by jrobes

Ich unterschreibe nicht jeden Punkt, aber die meisten. Tipps und Links - geordnet in folgende Rubriken: “Health”, “Balance”, “Perspective and Focus”, “Recall Techniques”, “Visual Aids”, “Verbal and Auditory Techniques”, “Kinesthetic Techniques”, “Self-Motivation Techniques”, “Supplemental Techniques”, “For Teachers, Tutors, and Parents”, “For Students and Self-Studiers” und “Parting Advice”.
Online Education Database, 30 November 2006
[Kategorien: Weiterbildung allgemein]

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Zu viel Wissen geht in den Ruhestand

Posted on 01 December 2006 by jrobes

In ihrem Dezember-Newsletter hat die Weiterbildung Hamburg e.V., aber nicht nur sie, eine aktuelle Untersuchung des MMB Instituts für Medien- und Kompetenzforschung aufgegriffen. Im Auftrag der LEARNTEC hatte das Institut im September Personal- und Bildungsverantwortliche in deutschen Unternehmen befragt und einige Ergebnisse bereits vorgestellt (hier). Eine Frage der Untersuchung “Ageing Workforce” lautete: “Was schätzen Sie: Wenn ein älterer Mitarbeiter aus Ihrem Unternehmen ausscheidet, wie viel Prozent seines betrieblichen Know-hows gehen dem Unternehmen dann verloren?” Im Durchschnitt “35 Prozent”, antworteten die Personal- und Bildungsverantwortlichen.

Im Newsletter aus Hamburg wird diese Zahl ein “alarmierendes Ergebnis” genannt. Ich sehe das etwas nüchterner, und zwar aus zwei Gründen: Wenn man sich zum einen die Frage genau anschaut, dann ermuntert sie die Interviewten, ihrem Bauchgefühl Ausdruck zu verleihen. Denn auf welcher Grundlage antworten sie, dass zehn, zwanzig, vierzig oder neunzig Prozent des Know-hows verloren gehen? Auf der Grundlage heimlich eingeführter Wissens- oder Kompetenzbilanzen? Kurz, man darf annehmen, dass die Antworten gegeben wurden, ohne dass man ein klares Bild vom “Know-how” der Mitarbeiter hat und ohne dass man über Instrumente verfügt, dieses zu messen. Können aber solche Antworten dann “alarmieren”?

Zum anderen ist es wahrlich kein neues Phänomen, dass jüngere wie ältere Mitarbeiter ein Unternehmen verlassen. Man darf annehmen, dass sich Unternehmen auf Pensionierungen wie auch die Fluktuation von Mitarbeitern einstellen. Entsprechende Personalinstrumente sind da - und werden auch in der Studie des MMB beim Namen genannt. Wenn sie nicht in ausreichendem Maße ein- und umgesetzt werden, ist das und nicht der Know-how-Verlust ein “alarmierendes Ergebnis”. Denn “35 Prozent” Know-how-Verlust würden mich heute schon und bei jedem einzelnen Mitarbeiter ärgern!

Ich befürchte jedenfalls, dass mit dem Stichwort des “demografischen Wandels” uns die nächsten Monate noch viele Probleme präsentiert werden, bei denen man genau hinschauen muss, ob sie die Aufregung lohnen.
Weiterbildung Hamburg e.V., Newsletter 12/2006
[Kategorien: Weiterbildung allgemein, Knowledge Management, HR Management]

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Top 50 P2P Podcasts by Topic

Posted on 01 December 2006 by jrobes

Ich bin gerade von der Online Educa in Berlin zurück (mehr darüber am Montag), deshalb nur schnell ein paar Links und Punkte, die ich gerade in meinen Mails gefunden habe. Zum Beispiel diese Liste mit Podcasts. Ich habe noch keinen ausprobiert, aber ich werde es sicher in nächster Zeit tun, denn es sind viele interessante Namen aufgeführt: Chris Anderson, Clay Shirky, James Surowieki, Stephen Downes, Howard Rheingold, Jimmy Wales …

Und wer wissen will, ob er damit im Trend liegt, dem sei gesagt: “12% of internet users have downloaded a podcast.” So die aktuellen Zahlen des PEW Internet & American Life Projects.
P2P Foundation, 28 November 2006
[Kategorien: Podcasting]

Nachtrag (02.12.): Hier noch der Hinweis auf eine Podcast-Umfrage aus Deutschland (via e-Learning Blog).

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management
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