Archive | October, 2006

Bildungskonferenz 2006

Posted on 11 October 2006 by jrobes

Gestern war ich auf der Bildungskonferenz 2006 in Stuttgart. Über 430 angemeldete Teilnehmer! Nach den übersichtlichen Gängen und Ständen des Fernausbildungskongresses in Hamburg hatte ich diese Zahl nicht erwartet! Aber da wird einem auch schnell bewusst, dass e-Learning, Bildungstechnologie und Medienpädagogik doch nur kleine Spielfelder in der Bildungslandschaft sind. Folgerichtig gab es in Stuttgart auch zwei ministerielle Keynotes (Andreas Storm, BMBF; Hans Freudenberg, Baden-Württemberg), in denen u.a. an aktuelle Regierungsinitiativen, Deutschland’s Position im OECD-Vergleich und den Europäischen Qualifikationsrahmen erinnert wurde.

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Dann setzte Dieter Spath, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart, einen inhaltlichen Schwerpunkt und sprach über “Chance Konvergenz – Lern-und Arbeitsprozesse effizient miteinander verknüpfen”. Er stimmte mit einigen Anmerkungen zum Wandel der Arbeitswelt ein und leitete daraus Anforderungen an die Weiterbildung ab: konkret warb er für Modelle des “integrierten Trainings” und der “Verknüpfung von Training und Arbeit”, wie sie zum Beispiel in der “arbeitsprozessorientierten Weiterbildung” (APO-IT) umgesetzt werden. Abschließend brach er noch eine Lanze für Simulationen und das spielerische Lernen.

In meinem Workshop hatte ich übrigens das Vergnügen, gleich im Anschluss an zwei Vorträge mit expliziten Microsoft-Themen präsentieren zu dürfen. Vielleicht war’s auch nur Zufall, aber in jedem Fall eine schöne Überleitung zum Thema Web 2.0! Die Organisatoren wollen in den nächsten Tagen alle Beiträge der Konferenz online stellen, aber zum Stichwort “Web 2.0″ kann man in der Zwischenzeit auch zum aktuellen Fokus (Nr. 41) greifen, oder zur FTD, oder auf Global Learning schauen … Web 2.0 wohin man blickt.
[Kategorien: Weiterbildung allgemein, Web 2.0]

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E-Learning und Weiterbildung: Symbiose oder Mismatch?

Posted on 10 October 2006 by jrobes

Eine kleine Fingerübung von Peter Baumgartner, in der er versucht aufzuzeigen, “dass E-Learning für Weiterbildungsinstitutionen ganz besonders zu einem strategischen Instrument der weiteren Entwicklung und Qualitätssicherung von Studiengängen werden kann.” Sehr anschaulich ist sein Rechenbeispiel, in dem er auf das Arbeitspensum hinweist, das im Rahmen des ECTS (European Credit Transfer System) für ein akademisches Jahr angesetzt wird: 1.500 - 1.800 Stunden (60 ECTS-Punkte). Vor diesem Hintergrund sind Weiterbildungsangebote für Berufstätige auf den “Rettungsanker” e-Learning angewiesen, so Peter Baumgartner.
Peter Baumgartner: Symbiose oder Mismatch - Status quo und Zukunftschancen von E-Learning in der Weiterbildung. upgrade - Das Magazin für Wissen und Weiterbildung der Donau-Universität Krems, Donau-Universität Krems. 3-06: 34-36 (via Gedankensplitter, 9 Oktober 2006)
[Kategorien: e-learning, Digitalisierung der Hochschulen]

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Riding the Waves of “Web 2.0”

Posted on 09 October 2006 by jrobes

Zur Einstimmung auf meinen Vortrag morgen in Stuttgart kommt dieser Artikel gerade recht. Die Researcher des Pew Internet Projects versuchen hier, eine zweijährige Diskussion um Web 2.0 zusammenzufassen. Dazu präsentieren sie noch einmal Zahlen ihrer unzähligen Reports, die Aufschluss über verschiedene Online-Aktivitäten geben, sie stellen alte und neue Services gegenüber (Kodakgallery vs. Photobucket, Encarta vs. Wikipedia, Geocities vs. MySpace), um abschließend daran zu erinnern: “Sending and reading email is still the most frequently reported internet activity by the average internet user, despite the growth in real-time communications like IM, text, and social network site messaging.”
Mary Madden und Susannah Fox, Pew Internet Project, 5 Oktober 2006 (pdf)
[Kategorien: Web 2.0]

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The battle for brainpower

Posted on 09 October 2006 by jrobes

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Nachdem 1998 die McKinsey-Berater den “war for talent” einläuteten und dem Dotcom-Boom ein zusätzliches Stichwort gaben, war es die letzten Jahre etwas ruhiger um das Thema geworden. Die Corporate Universities der Großunternehmen, entwickelt nicht zuletzt, um diesen Talenten die gebührende Aufmerksamkeit zu erweisen, verschwanden wieder aus der Fachpresse und den Konferenzprogrammen. In Zeiten des Downsizing und Cost-Cutting schien es nicht opportun, laut über Talent Management zu diskutieren. Das scheint sich heute wieder zu ändern. Im aktuellen Economist ist der “war for talent” Titelthema. Talente sind wieder knapp, heißt es, sogar in Indien und China.

Doch welche Rolle spielt hier die Weiterbildung? Wenn sie greift, ist ja über Talente in der Regel bereits entschieden worden! Aber dann weisen die Autoren darauf hin, dass es nicht nur darum geht, Talente zu finden, sonder auch, sie zu halten:

“The most important thing that companies can do to attract talented people is to boost their workers’ long-term employability. … This may not be as simple as it sounds. …
… most employees value informal training more than formal teaching: in a survey by Deloitte, 67% of respondents said that they learn most when they are working with a colleague, with only 22% saying that they do best when they are conducting their own research, and only 2% happiest with a manual or a textbook.
Clearly the best way for companies to win the talent wars is to turn themselves into learning organisations. The trouble is that few of them know how to do this.”

Das Kapitel, in dem diese Sätze stehen, heißt übrigens: “Masters of the universe. The war for talent is shifting the balance of power from companies to workers.” Hört, hört!
The Economist, 7 Oktober 2006
[Kategorien: Weiterbildung allgemein, Human Capital Management]

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Changing Technology, Changing Learning

Posted on 06 October 2006 by jrobes

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Elliott Masie macht wieder auf wunderbare Weise Werbung für seine Learning 2006-Konferenz. Mehrmals in der Woche landen jetzt kleine Nachrichten in meinem Postkorb, wobei “kleine Nachrichten” den Informationen in Umfang und Qualität natürlich Unrecht tut. Hier hat Elliott eine Guided Tour zum Thema “How changing technology will change learning” entwickelt. Mehrere Module, jeweils 2-3 Minuten lang, mit Audio und Stichworten. Die Themen sind u.a.:
“- Broadband to the Hand.
- Performance Support 3.0.
- Federated Search.
- Dynamic Documents.
- Biometrics.
- Sim It! Game It!
- High Definition Video Conferencing.”

Vielleicht brauchen diese Entwicklungen etwas länger, bis sie in unserem Alltag ankommen, als es Elliott Masie in seiner Begeisterung voraussagt. Aber ich wünschte mir, andere Konferenzen würden auch auf diese Weise für “ihr Thema” werben!
Elliott Masie, 4 Oktober 2006
[Kategorien: Trends in der Weiterbildung]

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At Cross Purposes. Why e-learning and knowledge management don’t get along

Posted on 06 October 2006 by jrobes

Ich hatte das Thema fast etwas aus den Augen verloren: das Verhältnis von e-Learning und Knowledge Management. Wenn man sich näher mit Social Software, mit informellen Lernprozessen und der Frage beschäftigt, wie diese Instrumente im Arbeitsalltag ineinander greifen, dann hat man immer Knowledge Management im Blick. Aber es gibt auch den Bildungsmarkt und die Wirklichkeit der Unternehmen und Organisationen. Und hier blicken wir nach wie vor auf separate Spielfelder. Die werden wiederum von verschiedenen Anbietern bedient. Vor diesem Hintergrund sorgen sich die Autoren dieses White Papers darum, dass e-Learning-Anbieter den fahrenden Zug verpassen und geben Ratschläge, wie dies zu vermeiden ist. Herausgekommen sind u.a. eine SWOT-Analyse der e-Learning-Industrie und vier Ratschläge:

“- E-Learning commercial models need to be addressed. …
- E-Learning suppliers should examine where they genuinely create value. …
- E-Learning suppliers should consider additional markets for their skills. …
- E-Learning suppliers need to upskill themselves. …”

Learning Light 2005 (pdf)
[Kategorien: e-learning, Knowledge Management]

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Education Signals

Posted on 05 October 2006 by jrobes

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Wer in Bildung investieren will, ist hier richtig. Wobei ich jetzt einmal nicht die Weblogs oder Wikis meine, die man nach Feierabend schreibt oder liest. Sondern den Bildungsmarkt, auf dem nach wie vor viele hoffen, ein vernünftiges Geld zu machen. Allen Konjunkturtälern zum Trotz und in der Hoffnung, vielleicht ein Geschäftsmodell à la eBay zu finden. Der vorliegende Informationsdienst, der erst einige Nummern alt ist, gibt da interessante Einblicke, vielleicht sogar Inspirationen. Er teilt den Bildungsmarkt in drei Bereiche auf - Elementary & Secondary (K12), Post-Secondary (Higher Ed) und Knowledge Services - und beschreibt, was Analysten so beschreiben: Zahlen, Marktbewegungen, Produkteinführungen usw. Der Nachteil: Der amerikanische (internationale) Markt dominiert, deutsche Namen tauchen kaum auf. Einfach mal reinschauen.
Education Signals, Vol. 1, Issue 10, 4 Oktober 2006
[Kategorien: Bildungsökonomie]

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Bildungs-Termine

Posted on 05 October 2006 by jrobes

Zwei kurze, aber sehr interessante Events liegen in den nächsten Tagen vor mir: Gleich morgen bin ich Gast auf dem (virtuellen) eLearning-Stammtisch von Lore Reß, wo wir uns dem Thema “Social Software: Zukunft des informellen Lernens?” stellen werden. Wer also Freitag um 15:00 Uhr noch nichts vor hat, kann sich auf der Seite von Daten + Dokumentation für diese Online-Session anmelden! Ansonsten bin ich wirklich neugierig, wer morgen teilnehmen wird …

Nächste Woche werde ich dann meinen Platz hinter dem Bildschirm verlassen und nach Stuttgart auf die Bildungskonferenz 2006 der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) fahren, wo ich am Dienstag (10.10.) im Rahmen eines Workshops über “Web 2.0: Das neue Arbeiten und Lernen im Netz” sprechen - und hoffentlich auch - diskutieren werde. Wer also zufällig in der Nähe ist und Lust auf einen Kaffee am Rande der Veranstaltung hat, kann mir gerne etwas zurufen. Leider wird es bei mir nur für eine Tagesreise reichen.

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CLO - Experts

Posted on 04 October 2006 by jrobes

Am Monatsbeginn blättere ich gerne einmal durch das jeweils aktuelle Chief Learning Officer Magazine. Man erfährt hier in der Regel kurz und knapp, was gerade auf der Agenda von Corporate Learning steht. Wobei ich besonders die Experten-Statements schätze, weil sie so schön eine Kaffeepause ausfüllen.

Dieses Mal stellt Nick van Dam (Deloitte) vor, wie er mit Hilfe seines “learning capability framework” Kunden davon überzeugt, dass Lernen mehr sein kann als eine Sammlung formeller Bildungsangebote. Etwas spannender ist da schon der Beitrag von Jay Cross (Internet Time Group), der das Prinzip der “Unconferences” vorstellt: “An unconference is a conference where the content of the sessions is driven and created by the participants, generally day-by-day during the course of the event, rather than by organizers.” (Wikipedia) Josh Bersin (Bersin & Associates) schlägt den Bogen vom demografischen Wandel zu den Anforderungen, die sich daraus für Corporate Learning und das Managements von Talents ergeben. Der Tenor: Personal- und Bildungsprozesse müssen enger zusammenwachsen. Und Jeanne Meister berichtet von einer Online-Befragung von 151 Chief Learning Officers, die sich folgendem Thema stellten: “Creating Engaged Learners.”
CLO, Oktober 2006
[Kategorien: Weiterbildung allgemein]

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The New Face of Learning

Posted on 04 October 2006 by jrobes

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Der Artikel ist mehr ein begeisterter Appell als eine nüchterne Beschreibung. Will Richardson (“Blogs, Wikis, Podcasts and Other Powerful Web Tools for Classrooms”) ist schon lange angesteckt vom Read/ Write-Web-Virus, und er fragt hier, ob sich seine Kollegen weiter in ihren begrenzten Klassenzimmern und hinter antiquierten Curricula verschanzen wollen. Oder ob sie bereit sind, sich auf das Potenzial der neuen Technologien einzulassen:

“But I wonder whether, twenty-five or fifty years from now, when four or five billion people are connecting online, the real story of these times won’t be the more global tests and transformations these technologies offered. How, as educators and learners, did we respond? Did we embrace the potentials of a connected, collaborative world and put our creative imaginations to work to reenvision our classrooms? Did we use these new tools to develop passionate, fearless, lifelong learners? Did we ourselves become those learners?
Or did we cling to old ideas, old models, and old habits and drift more fully into irrelevance in our students’ eyes?”
(via Andreas Auwärter)
Will Richardson, Edutopia, Oktober 2006
[Kategorien: Social Software, Web 2.0, Trends in der Weiterbildung]

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management
und Web 2.0
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