Social software: E-learning beyond learning management systems

Posted on 20 September 2006 by jrobes

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Der Fokus auf Learning Management Systeme schränkt ein, heißt es in diesem Artikel. Diese sind nützliche Instrumente, um Unterrichtspläne, Kursbeschreibungen und -materialien, Einschreibungen und Testergebnisse zu verwalten. Doch aus pädagogischer Sicht und konstruktivistischer Perspektive muss es darum gehen, Studierende zu unterstützen, das Web als Ressource für selbstgesteuerte, problembasierte und kollaborative Lernprozesse zu nutzen. Genau hier könnte wiederum Social Software eine wichtige Aufgabe übernehmen.

In den Worten des Autoren heißt das: “As stated, learning cannot be managed. Learning can, however, be facilitated. The educational potential of social software is to facilitate self-governed, problem-based and collaborative activities by supplying students with loosely joined personal tools for independent construction, and by engaging them in social networks. This approach to e-learning empowers students by giving them the ability to navigate and participate on the web and to use it actively to solve problems.”
Christian Dalsgaard, European Journal of Open, Distance and E-Learning (EURODL), 12 Juli 2006
[Kategorien: Learning Management Systems, Social Software]


PS: In die gleiche Richtung hat auch David Jonassen auf der 11. Europäischen Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW 2006) in Zürich argumentiert, wie ich gerade den Nachrichten auf e-teaching.org und bei Helge Städtler entnommen habe.

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2 Comments For This Post

  1. Ralf Hilgenstock Says:

    Irgendwie habe ich schon wieder oder immer öfter das Gefühl die Diskussion geht in die falsche Richtung.

    Die Debatte um social software im Bildungsbereich ist mal wieder technologiegetrieben. Eine neue Technologie wird geboren und sie soll alles verändern. Lernmanagementsysteme sind von gestern, offene Systeme sind die Zukunft, so die Thesen.

    Sorry, ich sehe ganz andere Probleme.

    Unsere Hochschulen überschlagen sich bei der Einführung von Studiengebühren. Das ist exakt das Gegenteil von Öffnung, das ist Abschottung.

    Ich habe es nicht anaylsiert; aber mein Eindruck ist, dass die Hochschuldidaktik in 30 Jahren nur ganz begrenzt etwas bewegt hat (ok. Das wird mir jetzt um die Ohren gehauen, aber das nehme ich in Kauf.). Wenn ich mir den überwiegenden Alltag 70-80 % der Lehrveranstaltungen ansehe dann sehe ich nicht unbedingt den kommunikativen Diskurs, sondern Vortrag, Fragen, Diskussion. 20-30 % der Veranstaltungen sind anders, aber das ist mir zu wenig.

    Wenn ich mir nun die Online-Präsenzen der Dozenten zu den Lehrveranstaltungen ansehe dann habe ich folgende Phantasie über deren Entstehungsgeschichte:
    Professor zu studentischer Hilfskraft: “Ach hör mal, wenn jetzt der Vorlesungsbetrieb wieder anfängt, müssen wir noch was im Online-Lernraum machen. Nimm Dir malk das kommentierte Vorlesungsverzeichnis. Da haben wir ja die Worddatei. Kopier die Literatur in den Kursraum. Lad die angegebenen Dateien hinein und leg ein Forum an. Da können die sich dann noch austoben.”
    Student: “Kein Problem, das geht in ein paar Minuten mit Cut&Paste. Man könnte da noch …”
    Prof: “Quatsch, wo soll ich denn diezeit hernehmen, da auch noch etaws zu initiieren. Es ist doch schon genug, dass ich neben den Veranstaltungen hier Sprechstunden abhalten muß. Ausserden frisst mich die Verwaltung auf.”

    Was ich damit sagen will, ob ein aktivierendes, kollaboratives und kooperatives Lernen stattfindet, hängt primär vom Bewußtsein der Lehrenden ab. Dass es hier Nachhol- und Entwicklungsbedarf gibt, ist uns allen klar.

    Ein konstruktivistisches Lernen - 85 % der Dozenten wissen mit dem Begriff eh nichts anzufangen - ist mit unterschiedlichen Technologien möglich. Das geht mit LMS, mit manchen bequemer/teurer, mit anderen aufwendiger/günstiger und es geht mit social software.

    Die Vernetzung verteilter Systeme erhöht den Aufwand auf Dozentenseite zur Orientierung und Integration. Es gibt hier genug technische Probleme, die nicht trivial zu lösen sind.

    Die gepriesene Offenheit und die Chance zur Community-Bildung der social software ist ganz nett. Nur bislang gelingt es den Dozenten nicht , einen wissenschaftlichen Diskurs in der beschränkten 30 Köpfe starken Seminargruppe zu initiieren. Warum soll das dann auf einmal mit social software so einfach sein? Viel (potenzielles Publikum) hilft viel? Dieser Grundsatz hat schon an anderer Stelle in die Irre geführt.

    Vielleicht sind Doktorandenseminare ja deshalb so klein, weil sich der wissenschaftliche Diskurs in der kleinen überschaubaren und vertrauten Gruppe besser führen/initiieren/lenken lässt?

    Ich fände es insgesamt ehrlicher, Web 2.0 als zusätzliche Option zu präsentieren und nicht als Revolution, die alles verändert und ablöst.

    Da wird jedes Jahr eine neue Revolution durch Dorf getrieben und die Dörfler sagen sich: lass man stecken, wenn die vorbei sind machen wir so weiter wie seit Urväter Zeiten.

    Damit ich hier nicht falsch verstanden werde: Auch ich sehe in Social Software viele interessante Ansätze und Möglichkeiten für die Gestaltung von Informations-, Wissens-, Lern- und Lehrprozessen. Ich sehe nur die Gefahr, dass die Propheten vom Alltag zu weit entfernt sind und die anderen Dozenten uns verloren gehen.

  2. Ralf Hilgenstock Says:

    Nachtrag: Ich geife einfach mal ein paar Absätze bei Dalsgard heraus, dasie in paar der verkürzungen und Irrtümer sehr schön verdeutlichen:

    Since students can subscribe to different weblogs, they can create their individual network, which means that their participation in discussions is not limited to specific discussion forums within an LMS.
    Das bedeutet sie sollen mitdiskutieren in diversen Foren an unterschiedlichsten Orten in differenten Öffentlichkeiten.

    The potential of social software tools such as wikis, weblogs combined with RSS feeds and social bookmarking is to facilitate closer relationships and more frequent interaction between students and teachers.
    Genau das setzt aber einen gemeinsamen Diskussionsort der Lerngruppe voraus.

    For instance, a student can easily create an individual network simply by subscribing to RSS feeds from a number of different weblogs.
    Jetzt wird aus dem Abonnement eines Feeds schon ein Network. Sorry, da kann ich jeden Monat die Unibibliothek aufsuchen, die neuesten Fachzeitschriften lesen und mit zum Mitglied eines Netzwerks erklären.

    The student does not necessarily have to participate actively by writing comments.
    Und wo bleibt jetzt das social an dieser Innovation.

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management,
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