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Vibrierende Pädagogen

Posted on 26 July 2006 by jrobes

Ist es nicht an der Zeit, unsere alten Web-based Trainings ins Regal zu stellen, diese 90-Minuten Klassiker, die den Lerner an die Hand nehmen und ihn, zwar modular, interaktiv, multimedial, aber eben doch schrittweise mit einer Sache, einem neuen Service oder Produkt vertraut machen? Und stattdessen konzentrieren wir uns ganz auf e-Learning 2.0, auf die Rahmenbedingungen selbst organisierten Lernens, des eigenverantwortlichen Aufbaus von Kompetenzen?

An diesen Punkt musste ich wieder denken, als ich dieses, schon etwas ältere Interview mit dem Schulforscher Andreas Helmke las, auf das mich Helge Städtler noch einmal aufmerksam gemacht hat. Es enthält viele sehr gescheite Antworten auf die eine Frage: “Gibt es denn überhaupt so etwas wie guten Unterricht?” Ein kurzer Ausschnitt:

ZEIT: “Also ist die Gegenüberstellung von Frontalunterricht und Gruppenarbeit Unsinn?”

Helmke: “Genau. Ich warne vor jeder Dogmatik. Es kommt immer auf den guten Methodenmix an. Denn unterschiedliche Lernziele erfordern unterschiedliche Lehr- und Lernmethoden. Schule muss nicht nur Kenntnisse vermitteln, sondern auch lehren, wie man sich selbstständig Wissen aneignet. Zum anderen sind Schüler verschieden. Unsichere Kinder brauchen eher einen stark strukturierten Unterricht, der ihnen Rückhalt gibt. Ihre selbstbewussten Klassenkollegen, die schon weiter sind, profitieren dagegen stärker von offenen Methoden.”

Genau. Und, um den Einstieg noch einmal kurz aufzunehmen: Nicht das Web-based Training oder der Frontalunterricht sind das Problem: Eher die Tatsache, dass wir das Potenzial, das uns die Alternativen bieten, nicht ausschöpfen.
Martin Spiewak, Die ZEIT, 21 Juli 2005
[Kategorien: Weiterbildung allgemein]

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1 Comments For This Post

  1. martin lindner Says:

    genau. aber interessant sind die vielen möglichen strukturen zwischen nasenring-pädagogik und “eigenverantwortlich” (nicht zufällig ein neoliberales lieblingswort). auf der einen seite die vorstrukturierte umgebung (”wissenslandschaftspark” , englischer typ), in der lerner wegen folgen, pfade suchen, selbst trampelpfade anlegen und gelegentlich mit/ohne kompass durchs unterholz brechen. “criss-crossing a landscape”, sagte wittgenstein dazu im vorwort zu “Philosophische Untersuchungen”, und er sprach von “language”, aber das ist jederzeit durch “Wissen” ersetzbar.

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management,
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