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Elliot Masie’s Learning 2005

Posted on 18 January 2006 by jrobes

Auch wenn die Veranstaltung schon ein paar Tage her ist (November): Es ist ein Vergnügen, dieses Protokoll zu lesen! Elliott Masie als Gastgeber kommt nicht ohne Schrammen davon (“Elliot succeeds, despite himself”), so dass die Referenzen vor allem an Sprecher wie Malcolm Gladwell, Stephen Johnson und Jay Cross gehen. Donald Clark berichtet darüber hinaus über die Themen, die derzeit laufen (z.B. Wikis, Blogs, Podcasting, Games/ Simulationen und informelles Lernen) und die, die es nicht mehr tun (hier vor allem: Learning Management Systeme!!). Überhaupt: Informelles Lernen! Donald Clark nennt es die “Big Idea” der Konferenz und diskutiert eine Reihe von Fragen, die ihn und andere Besucher bewegten, z.B.:

“We then got into a debate about whether the informal side is a ‘learning’ or ‘training’ issue at all. HR folks tend to want to supply things and control content. Informal techniques work because they are not controlled or supplied. The audience split into trainers who saw themselves as controlling ‘informal’ learning and those who had a more liberal view of this brave-new-world.”

Ich bin sicher, dass uns dieser Punkt weiter beschäftigen wird - spätestens auf der LEARNTEC im Februar. Apropos: Elliott Masie hatte für die Konferenz eine “one-slide-only”-Regel für Präsentationen ausgegeben. Das wäre eine Herausforderung!
Donald Clark, Epic Show Report, Dezember 2005
[Kategorien: e-learning]

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4 Comments For This Post

  1. Ralf Hilgenstock Says:

    Guten Tag Herr Robes,

    es gibt Dinge, die Sie immer wieder gerne zitieren wie diese: ” Donald Clark berichtet darüber hinaus über die Themen, die derzeit laufen (z.B. Wikis, Blogs, Podcasting, Games/ Simulationen und informelles Lernen) und die, die es nicht mehr tun (hier vor allem: Learning Management Systeme!!).”

    Ich glaube, dass Sie hier auf einem Irrweg sind. Warum? Und in welcher Hinsicht?

    Es wird auch in Zuunft unterschiedliche Arten von Lernen geben. Strukturiertes Lernen genauso wie informelles Lernen, isoliertes Lernen von Einzelpersonen genauso wie Lernprozesse in der Gruppe, online lernen genauso wie Präsenzraumlernen.

    Aktuell wird gerade ein Hype durchs Dorf getrieben unter dem Titel: informelles Lernen, social software, web 2.0 etc.

    Wir sollten doch einmal etwas analytischer daran gehen , welcher Bedarf damit gedeckt wird und welches Spannungsfeld zu LMS Systemen sich daraus ergibt.

    Nach meiner Einschätzung äußert darin ein Teil der Nutzer einen stärkeren Bedarf nach offeneren (weniger gelenkten Lernprozessesn) und den Bedarf nach Community-Konzepten (analog dem openspace-Ansatz in Training und OE).

    Ich halte es für eine Fehleinschätzung, dass derartige offene Kommunikations- und Lern-Modelle aus den strategisch denkenden PE-Abteilungen viel Zustimmung erhalten werden.

    Aus der Nutzerperspektive ergibt sich für die grosse Masse jedoch eine Überforderung in dauernd neuen Umgebungen mit einer großen Zahl unterschiedlicher Software hantieren zu müssen. Es ergibt sich somit ein Bedarf nach integrierten Konzepten.

    Hiermit ergibt sich ein Bedarf für LMS als Integrationsinstrument, die unterschieldiche didaktische Lernkonzepte und -angebote unter einem Dach integrieren. LMS sind also nicht tot. Vielmehr benötigen wir komunikationsstarke und nicht nur kontextintensive LMS.

    Ich würde mich freuen diese Diskusssion mit Ihnen zu führen.

    Ralf Hilgenstock

  2. Jochen Robes Says:

    Guten Abend Herr Hilgenstock,

    der Tatort ist gerader vorüber, so dass ich gerne versuche, noch einige Ihrer Bälle aufzunehmen.

    Zum einen den Punkt, den wir vielleicht am schnellsten abhaken können. Donald Clarke berichtet über eine Konferenz, auf der sich anscheinend mehr Leute für informelles Lernen als für Learning Management Systeme interessiert haben. Das mag so gewesen sein (oder auch nicht), das mag auch durchaus einem kleinen aktuellen Hype entsprechen. Es sagt in jedem Fall wenig über einige grundlegende Fragen aus, und ich hoffe, da sind wir uns schnell einig.

    Was das Nebeneinander von strukturierten und offenen/ informellen Lernprozessen angeht: Völlige Zustimmung! Auch der glühendster Verfechter informeller, selbstorganisierter Lernprozesse wird Schulen, Universitäten oder klassische Weiterbildungsangebote abschaffen wollen.

    Dann bezweifeln Sie, dass “derart offene Kommunikations- und Lern-Modelle aus den strategisch denkenden PE-Abteilungen viel Zustimmung erhalten werden”. Ja, ich sehe da auch ein Problem, vielleicht sogar einen Widerspruch. Mitarbeiter, die ihre Informations- und Lerninhalte über Google, Blogs und Wikis organisieren, sind sicher schwerer in eine strategische Klammer zu bekommen als ihre Vorgängergeneration. Allerdings bezweifele ich, dass die PE an der Aufgabe vorbeikommt, sich diesen Punkten zu stellen. Ihre klassischen Lernprogramme (online wie offline) laufen sonst Gefahr, bei diesen Zielgruppen nur noch ein Gähnen zu verursachen.

    Und jetzt der Punkt, wo ich am meisten zögere: Sie erwähnen den Nutzer, seine “Überforderung in dauernd neuen Umgebungen” und den “Bedarf nach integrierten Konzepten”. Ich glaube an diesem Punkt nicht, dass es DEN Nutzer gibt. So mag es sicher Nutzer geben, die Orientierung und Führung benötigen. Aber sind das die Nutzer, die Google benutzen und sich im Internet täglich mit neuen Tools, Oberflächen und Navigationen auseinandersetzen? Greift das Argument der “Überforderung” (an dieser Stelle!) heute noch? Hier bin ich täglich optimistischer!! By the way, ich glaube auch nicht, dass es DAS Unternehmen gibt.

    Allerdings sehe ich auch starke strategische Argumente, die heutige Großunternehmen und ihre PE an ein LMS binden. Vor allem, wenn es um die täglich steigenden gesetzlichen Anforderungen an Schulungsmaßnahmen geht, von Geldwäsche, Compliance, Datensicherheit, Arbeitssicherheit bis zu den Beispielen, die heute fast jede Branche aufzählen kann. Dazu zählt für mich auch der Wunsch, über integrierte Systeme und Plattformen die gesamte HR-Wertschöpfungskette abzubilden.

    Ich mache an dieser Stelle mal eine Pause und hoffe, dass Sie mir an der einen oder anderen Stelle helfen, wenn ich etwas missverstanden habe! Oder mich unklar ausgedrückt habe.
    Nächtliche Grüße
    JR

  3. Ralf Hilgenstock Says:

    >
    Ganz klar. Sie müssen sich dieser Aufgabe stellen und hier kommen interne/externe Unternehmenskommunikation und PE zusammen. Die FTD berichtete kürzlich über arbeitsrechtliche Fragestellungen im Kontext von Weblog-Veröffentlichungen. Es ist hier durchaus Vorsicht angebracht.

    >
    Ich galube, dass es weiterhin eine Elite ist, die sich täglich mit neuen Oberflächen auseinandersetzt. Warum wohl geben Unternehmen viel Geld aus, um eine neue MS Office-Version zu schulen? Wenn unsere Beschäftigten doch so kompetent sind sich das alles selber zu erschließen wäre das doch herausgeschmissenes Geld. Wir solten vorsichtig sein mit der Übertragung unseres eigenen Nutzungsverhaltens auf die Masse der Anwender, die nicht das Internet zu Ihrem Lebensmittelpunkt erklären.

    >
    On the way. Ganz klar. Weder DAS Unternehmen, noch DEN Mitarbeiter gibt es. Es sind also flexible Wege und Optionen erforderlich.

    >
    Im Bereich der Hochschulen (andere Baustelle) sehe ich, dass es keine Entscheidungen mehr für ein System gibt, sondern mehrere Systeme parallel betrieben werden. Das gilt auch für viele Großunternehmen. Auch wenn das auf den ersten Blick nicht direkt sichtbar ist.
    Die Integration der gesamten HR Wertschöpfungskette in einem System ist natürlich kritisch. Aus HR Perspektive scheint das insbesondere administrativ recht plausibel. Unter dem Aspekt der Flexibilität und Offenheit der Systeme jedoch eher problematisch.

    Ralf Hilgenstock

  4. Jochen Robes Says:

    Sie schreiben
    >
    Ich glaube, dass es weiterhin eine Elite ist, die sich täglich mit neuen Oberflächen auseinandersetzt. … Wir sollten vorsichtig sein mit der Übertragung unseres eigenen Nutzungsverhaltens auf die Masse der Anwender, die nicht das Internet zu Ihrem Lebensmittelpunkt erklären.

    Ich bin weit davon entfernt, mein Nutzungsverhalten auf ALLE zu übertragen. Im Gegenteil, beruflich entwickele ich meistens “e-Learning 1.0″, so nah wie möglich an den Kundenbedürfnissen und -wünschen dran.

    Aber darüber hinaus, nennen Sie es privat, habe ich Ideen, Interessen und Vorlieben und manchmal durchaus das Gefühl, dass diese Interessen gar nicht so exotisch sind. Wenn ich dann noch ab und zu solche Ideen mit einem Kunden diskutieren kann, um so besser!

    Jahrelang habe ich Lernprogramme entwickelt und auf die Frage, ob ich denn selbst mit diesen Programmen lernen würde, verschämt/ entrüstet mit “nein” geantwortet und auf mein Alter und meine “literarische Sozialisation” verwiesen. Heute bin ich bekennender “power-elearner”, der zwar nach wie vor keine klassischen Lernprogramme bearbeitet, der aber versucht, das Internet und seine Möglichkeiten zu nutzen, wo immer es sich anbietet. Und, okay, gerne davon erzählt. Ist das wirklichkeitsfremd? Hat das überhaupt keine Zukunft?
    Gruß, JR

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management,
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