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Learning Design: Gestaltung eLearning-gestützter Lernumgebungen in Hochschulen und Unternehmen

Posted on 11 November 2005 by jrobes

Die Arbeitsberichte aus St.Gallen beeindrucken vor allem durch ihre Systematik. Der vorliegende fünfte Arbeitsbericht macht da keine Ausnahme. Er wirft aus didaktischer Perspektive einen Blick auf Theorie und Praxis von e-Learning und fragt, (a) “inwieweit neue didaktische Theorien durch eLearning entstanden sind” und (b) “welche neuen eLearning-spezifischen Lernumgebungen in Hochschulen (…) sowie in Unternehmen (…) entstanden sind”.

Was die Theorien des Lernens betrifft, so kann ich erst einmal beruhigen: Die Autoren halten fest, dass die Entwicklung von mediengestützten Lernumgebungen “nicht zur Heranbildung einer neuen Lerntheorie geführt hat”. Ein neues Paradigma, das den Konstruktivismus ablösen könnte, ist nicht in Sicht (by the way, vielleicht verdienen George Siemens und der Connectivism mal ein paar Zeilen!?).

Auch mit Blick auf die e-Learning-Praxis in Hochschulen und Unternehmen halten die Autoren eine interessante Beobachtung fest: Während an den Hochschulen e-Learning primär als strategisches Instrument zur Positionierung der Hochschullehre fungiert (Bologna!), stehen auf Unternehmensseite Qualitätssicherung und ökonomisches Rentabilitätsstreben im Vordergrund. Das Fallbeispiel, auf das in diesem Kapitel näher eingegangen wird, ist übrigens das der Volkswagen AutoUni.

Nur am Rande: Es finden sich auch in diesem Arbeitsbericht an der einen oder anderen Stelle Formulierungen wie “… denn eLearning wird sich langfristig nur durchsetzen, wenn …” (S.5). Ich glaube, darum geht es schon lange nicht mehr. Egal, wie man e-Learning definiert - die Autoren schlagen z.B. einen weitgefassten Begriff vor, “der unter eLearning alle Formen des elektronischen (computergestützten) Lernen (offline oder online) subsumiert.”: Wir werden das Rad nicht mehr zurückdrehen und wieder dort ansetzen können, wo wir vor zehn Jahren, vor Einführung des World Wide Web, aufgehört haben. Wir können uns nicht mehr von e-Learning verabschieden. Wir können allerdings sein Potenzial aufzeigen und fragen, warum es heute in vielen Fällen nicht verstanden und/oder nicht genutzt wird. Und – bis auf einige wenige Formulierungen – geht es in diesem Arbeitsbericht auch genau darum.
Sabine Seufert und Dieter Euler, SCIL-Arbeitsbericht 5, September 2005 (pdf)
[Kategorien: e-learning]

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1 Comments For This Post

  1. martin lindner Says:

    ja, richtig: real existierendes e-learning ist immer noch weitestgehend grauenhaft. aber es gibt keine wahl. und das liegt überhaupt nicht an der (ziemlich katastrophalen) effektivität und attraktivität von e-learning, sondern an der effektivität und attraktivität der digitalen medien. sie prägen den raum, in dem wir leben und arbeiten. wenn wir künftig lernen wollen, müssen wir dort lernen. konkrete uni-erfahrung: classroom-learning, und zwar eben auch in formen, die früher gut und wirksam waren, funktioniert unter diesen bedingungen immer schlechter.

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management,
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