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Teaching Online - A Time Comparison

Posted on 13 June 2005 by jrobes

Wer geahnt hat, dass es viel zeitaufwendiger ist, eine Klasse online als auf klassische Art und Weise im Seminar zu unterrichten, findet hier die Bestätigung. Eine kleine, aber sehr detaillierte und sorgfältig durchgeführte Studie. Der Autor hat eine Art Selbstversuch unternommen und ein Thema parallel in zwei Klassen behandelt: eine im Seminar, die andere online. Das Thema hieß “Introduction to Economics”. Dabei hat er genau Buch geführt und die Zeiten festgehalten, die er für die verschiedenen Aufgaben (“Course Preparation Time”, “Time Spent Teaching”, “Office Hours”, “Final Tasks”) gebraucht hat.

Das Resultat ist eindeutig: “Across all activities the longer time spent teaching in the online format was mostly due to the individualized attention that the instructor provided to the students. This difference between instructor-centered teaching and student-centered teaching was a fundamental reason for why there is such a substantial difference in the time spent. … Specifically the online course required additional time to set-up, maintain, and complete final tasks. It took over twice as much time to teach the same course online compared to in-class.”

Rückblickend musste der Autor feststellen, dass er 155 Stunden in die Online-Maßnahme und 62 Stunden in die Seminar-Lösung investiert hatte. Oder: 6.77 Stunden in jeden Online-Lerner, aber nur 0.71 Stunden in jeden Seminar-Lerner. Der größte “Zeitfresser”: “Specifically the time spent teaching online is made up of one-on-one email, phone conversations, discussion groups, chatroom questions and answers, and help in my office. This communication has been found to be one of the most time consuming parts of teaching an online course.”

Der Autor hält fest: Ohne Qualitätsverluste ist an der Zeitschraube nur schwer zu drehen. Aber er betont auch, dass er die zeitliche Flexibilität, die er bei der Betreuung der Online-Studenten hatte, sehr wohl zu schätzen wusste.
Joseph Cavanaugh, Online Journal of Distance Learning Administration, Volume VIII, Number I, Spring 2005
[Kategorien: e-learning]

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3 Comments For This Post

  1. Ralph Müller Says:

    Subjektiv kann ich die Erfahrung von Joseph Cavanaugh nachvollziehen - die Individualisierung der Teilnehmerbetreuung kann durchaus auch intensivere Betreuung bedeuten. Ich fände es interessant zu wissen wie sich dabei die Beschränkungen des Mediums (der Vorgang: Mail sorgfältig lesen und beantworten dauert einfach länger als das Erfassen und Reagieren in einer Präsenzsituation) und die Beschäftigung mit dem Lerneranliegen zeitlich aufteilen. Außerdem wäre es gut zu wissen inwiefern Cavanaugh berücksichtigt, dass die erstmalige Übersetzung und Durchführung einer eLearning-Maßnahme per se mehr Zeit erfordert und ob er für sich auch Rationalisierungspotential bei einem zweiten Durchgang sieht. (Leider ist die angegebene Adresse im Moment nicht erreichbar.)

  2. Jochen Robes Says:

    Soweit ich mich erinnern kann, ist der Autor auf diese Fragen weitestgehend eingegangen. Er ist auch weit davon entfernt, sich über dieses Ergebnis seiner Selbstbeobachtung zu beklagen. Und hier wird die Sache aus meiner Sicht interessant: Viele Hochschullehrer sehen mit der Einführung von e-Learning-Angeboten und der Auseinandersetzung mit Lernplattformen sehr realistisch (!) ihre Arbeitsroutinen in Frage gestellt - und sind deshalb sehr zurückhaltend bei diesem Thema. Der niedrige Betreuungsaufwand im Rahmen der traditionellen Lehre ist vielleicht das eigentliche Thema.

  3. Ralph Müller Says:

    “Viele Hochschullehrer sehen … sehr realistisch (!) ihre Arbeitsroutinen in Frage gestellt …”
    Also wäre hier, neben dem Aufbau mediendidaktischer/-technischer Kompetenz, das wichtigste Thema Beratung bei der Effizienzsteigerung der eigenen Arbeitsorganisation. (Bzw. die Förderung des Motivationsgrundlage, um dieses zu tun. Flexibilität mag wie Cavanaugh schreibt ein Anreiz sein oder die Aussicht “teaching online was significantly less burdensome”.)

    “Der niedrige Betreuungsaufwand im Rahmen der traditionellen Lehre ist vielleicht das eigentliche Thema.”
    Soll doch wohl nicht heißen, dass Studierende im jetzigen traditionellen Rahmen unzureichend betreut werden? ;-)

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management,
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