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Wie kompetent ist Deutschland? - Landauer Forschungszentrum entwickelt Kompetenzbarometer

Posted on 10 December 2004 by jrobes

kompetenzerfassung.gif

Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Landau hat einen Kompetenzbarometer entwickelt. Dieses Umfrageinstrument enthält 157 (!) Statements wie z.B. “Es ist mir wichtig, das Leben zu lieben” oder “Es ist mir wichtig, freundlich zu sein”. Das sind übrigens die ersten beiden Statements, die ich wie die übrigen 155 in ehrlicher Selbsteinschätzung gewichten durfte. Mit Hilfe dieses Kompetenzbarometers sollen nun die “vorhandenen Kompetenzen in der deutschen Bevölkerung gemessen werden”. Man rechnet mit rund 20.000 Teilnehmern und einem “repräsentativen Bild”!

Unter “Kompetenzen” verstehen die Wissenschaftler “all diejenigen Eigenschaften einer Person, die sie in die Lage versetzt, bestimmte Anforderungen erfolgreich zu bewältigen.” Anschließend wird in bewährter Manier zwischen Fach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenzen unterschieden. Was wahrscheinlich an dieser Stelle (Homepage) auch ausreichend ist. Doch was als Rückmeldung versprochen wird, ist wohl mehr Verpackung als Inhalt: “Mithilfe dieses Tools werde deutlich, ob man die nötigen Fähigkeiten hat, um sich erfolgreich gegen die Konkurrenz durchzusetzen.”
Ja, wenn nur alles so einfach wäre!!
Informationsdienst Wissenschaft (idw), 3 Dezember 2004
[Kategorien: Kompetenzen]

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5 Comments For This Post

  1. Peter Says:

    Ich habe mir den “Test” auch angeschaut und war erschrocken, dass so etwas heute noch veröffentlicht wird. Sorry, für mich hat das Angebot die Qualität von den “Erkenne-Dich-selbst”-Fragen in Zeitschriften wie BRAVO & Co. Im auffallenden Missverhältnis dazu die Quantität der Fragen. Vielleicht hätten die Leute jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt. Einen guten Eindruck machten z.B. auf mich immer die Angebote des GEVA-Instituts.

  2. Jochen Robes Says:

    Dem kann ich nur zustimmen. Der Test, aber auch der mit ihm verbundene Anspruch, hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck. Und die Arbeit des geva-Instituts habe ich auch noch in guter Erinnerung.

    Denn in weit zurückliegenden Zeiten, zu Beginn dieses Jahrhunderts, 2001, hatten Deutsche Bank, Degussa, Fraport und Lufthansa die „Job-Allianz“ gegründet, um gemeinsam “die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zu verbessern”. Mitarbeiter dieser Unternehmen hatten damals u.a. die Möglichkeit, für kleines Geld vom geva-Institut ein persönliches Stärken/Schwächen-Profil erstellen zu lassen und bekamen eine informative und nützliche Auswertung zugesandt (das Ganze hieß „Kompetenzspiegel“, und meine Rückmeldung liegt noch irgendwo in meinen Schubladen). Hinzu kam, dass die Beteiligten den Ball flach hielten und nicht gleich versprachen, alle Einsendungen zu einer nationalen Kompetenzbilanz zusammenzufassen.
    Gruß, JR

    PS: Die „Job-Allianz“ ist übrigens schnell in der Versenkung verschwunden. Die beteiligten Unternehmen waren wohl zu sehr mit eigenen Hausaufgaben (sprich: Stellenabbau und Umstrukturierungen) beschäftigt, um noch Zeit für gemeinsame Anstrengungen aufbringen zu können. So wird, wer heute nach der „Job-Allianz“ im Internet sucht (www.job-allianz.de), automatisch auf die Fraport-Seiten umgelenkt.

  3. Stephan Says:

    Mich wundert, dass so unqualifizierte Meinungen im Internet stehen. Schließlich handelt es sich bei diesem Instrument um ein wissenschaftlich abgesichertes Instrument, das vielfach - auch international eingesetzt wurde. Offensichtlich haben die Herrschaften noch nicht den Unterschied zwischen Bravo und Qualität erkannt - Nachhilfe notwendig!

  4. Jochen Robes Says:

    Nun - über das Instrument will ich gar nicht urteilen, lediglich kurz verdeutlichen, was aus meiner Sicht dieser Seite (www.kompetenzbarometer.de) heute noch fehlt:
    (a) Der Leser/ Teilnehmer/ Kunde (?) erhält vor dem Start keine Informationen über die Anzahl der Fragen noch die Zeit, die er investieren muss. Er wird von 157 Statements (bei der empfohlenen Maximalvariante) überrascht, und was das für seine Motivation, die Fragen, sagen wir, 100 bis 157 zu beantworten, bedeuten kann, darüber kann man spekulieren. Ist das internationaler Standard?
    (b) Wenn es sich um ein wissenschaftlich abgesichertes Instrument handelt, “das auch international eingesetzt wird” (woran ich prinzipiell nicht zweifele), warum erzählt man das dem Leser/ Teilnehmer/ Kunden nicht? Referenzen kommen z.B. bei mir immer gut an.
    (c) Das gilt auch für den Anspruch, “die vorhandenen Kompetenzen in der deutschen Bevölkerung” messen zu wollen? Worauf gründet sich dieser Anspruch? Vor allem, wenn man damit rechnen muss, online wahrscheinlich nur eine kleine und relativ geschlossene Zielgruppe erreichen zu können (20.000 bis Januar 2005?)
    Auch hier gilt: Warum darf der Teilnehmer nicht mehr erfahren?
    Ich hoffe, ich habe meine Fragezeichen etwas transparenter machen können - auch um dem drohenden Qualitätsverlust im Internet entgegenzuwirken.
    Gruß, JR

  5. Konrad Peters Says:

    Es ist halt so, dass es immer etwas zu meckern gibt - eine typisch deutsche Einstellung. Mit dem Kompetenzbarometer haben sich Wissenschaftler und Wirtschaftsingenieure dafür eingesetzt, Menschen zu helfen, denen es selbst schwerfällt, eine Selbsteinschätzung vorzunehmen. So wie man aus der Presse erfahren kann, handelt es sich hier um eine kostenlose Plattform, die sich selbst finanziert.

    Was ist daran auszusetzen, dass dieser Service angeboten wird? Die Beiträge hier erwecken eher das Bild, man wolle etwas verkaufen. Dies ist aber nicht der Fall.

    Wenn Menschen diesen Service für sich nutzen wollen, dann ist es notwendig, dass sie ein vollumfängliches Feedback erhalten. Gerade auch deshalb, um sich eben von der oben genannten Bravo abzugrenzen. Ein Mensch ist in seiner Struktur her nicht leicht einzuschätzen. Man muss durch verschiedene Fragen und Richtungen erst eine ganzheitliche Betrachtung vornehmen. Das damit dann die Bewertung von über 150 Aussagen verbunden ist, ist in soweit legitim. Nur so erhält man wirklich mehr individuelles Feedback, als in den üblichen Bravo-Auswertungen.

    Es ist ja auch keiner verpflichtet, an der Aktion teilzunehmen. Wem eine vollumfängliche Bewertung zu anstrengend ist, der sollte nicht mitmachen. Solch ein Mensch begnügt sich dann eben auch mit einer kurzen Sichtung der menschlichen Erscheinung beim Arzt, wenn er krank ist und wird jede weitere Untersuchung (wie z. B. Blut abnehmen) ablehnen. Und später wird sich dieser Mensch dann über den Arzt beschweren, weil er das Problem immer noch nicht gelöst hat.

    Zu J. Robes:
    Allein schon die Tatsache, dass eine deutsche Universität mit macht, lässt doch vermuten, dass es sich hier um einen wissenschaftlichen Ansatz handelt, der auf vielen internationalen Standards basiert. Haben Sie schon mal invidivudelle Testservices ausprobiert? Da sind 150 Fragen nur etwa 10 % von dem, was wirklich abgefragt wird.

    Zu Ihrer Aussage bezüglich der “geschlossenen Zielgruppe” im Internet kann ich nur sagen, dass Sie vielleicht mal einschlägige Studien zur Benutzung des Internets lesen sollten. Es handelt sich hier schon seit 2 Jahren nicht mehr um einen geschlossenen Kreis. Bevor man solch einen Blödsinn verbreitet, sollte man vielleicht erst mal Informationen einholen.

    Zum Kompetenzbarometer:

    Ich finde dieses Instrument gelungen und habe mich gleich zu einer Bewertung aufnehmen lassen. Ich bin gespannt, wie sich meine Einschätzungen mit denen der Bevölkerung decken.

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management,
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